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1 Thessalonicher 5,13 (LUTH1912): “habt sie desto lieber um ihres Werks willen und seid friedsam mit ihnen.”
Der Vers ruft dazu auf, diejenigen unter den Gläubigen besonders zu schätzen und zu ehren, die im Dienst des Glaubens tätig sind, und zugleich friedfertig mit allen zu leben. Die Wertschätzung ist nicht blanke Gefühlsäußerung, sondern konkrete Bereitschaft zu stiller Unterstützung, guter Zusammenarbeit und friedlicher Gemeinschaft, weil ihr Wirken dem Herrn dient.
Literarischer Kontext
Im ersten Thessalonicherbrief schließt Paulus den Hauptteil mit praktischen Anweisungen für Gemeindeordnung und christliches Miteinander. In diesem Vers knüpft er an die vorherigen Ermahnungen an, in denen Geduld, Wachsamkeit und liebevolles Verhalten betont werden. Die Aufforderung, Gläubige, die im Werk von Gott tätig sind, um ihres Werks willen zu lieben, richtet sich gegen eine mögliche Gleichgültigkeit oder Neid, und stärkt stattdessen eine solidarische Haushaltung der Gemeinde.
Theologische Bedeutung
Die Passage betont die Realisierung des Reichs göttlicher Ordnung in der Gemeinde durch menschliche Beziehungen. Die Wertschätzung der Arbeit anderer ist Ausdruck einer Gemeinde, die Gottes Gaben anerkennt und harmonisch zusammenarbeitet. Friedfertigkeit mit allen widerspiegelt die Nachfolge Jesu, der Frieden und Eintracht sucht, nicht Streit oder Abgrenzung. Damit wird deutlich: Glaube zeigt sich in verbindlicher Gemeinschaft und praktischer Unterstützung der Diener des Wortes.
Bezüge zu anderen Schriftstellen
Erklärung: Die Aufforderung, sich zu lieben und zu unterstützen, fügt sich ein in das größere Prinzip der liebevollen Gemeindegleitung, das Paul in Römer 12 und Korintherbriefen entfaltet.
Erklärung: Paulus möchte, dass Verantwortliche nicht desiderativ, sondern gerecht belohnt werden; eine ähnliche Logik wie hier: geschaffene Dienste verdienen Würdigung, damit Gemeinschaft und Dienst weiter wachsen.
Fragen zur Selbstprüfung
Zusammenfassende Orientierung
Der Vers verbindet Wertschätzung der Diener Gottes mit praktischer Friedfertigkeit. Indem wir jene, die im Werk Gottes treu arbeiten, um ihres Werks willen liebhaben, stärken wir die Gemeinschaft und tragen zur geistlichen Gesundheit der Gemeinde bei. Dies entspricht dem nachfolgenden Zeugnis Jesu, der Frieden stiftet, und der apostolischen Praxis, Dienstleistungen zu ehren und harmonisch zusammenzuarbeiten.
Quellenhinweise auf die klassischen Kommentatoren
Matthew Henry (Auszüge sinngemäß): Die Liebe zu den Dienern Gottes ist Ausdruck innerer Wertschätzung der Arbeit, die der Heilige Geist in der Gemeinde vollbringt; Frieden mit ihnen ist notwendig, damit Gottes Wort frei wirkt.
Albert Barnes (Zusammenfassung): Die Würdigung der Arbeit der Diener dient der Förderung der Harmonie; gottgefällige Zusammenarbeit wird so möglich.
Adam Clarke (Auszug): Die Gemeinde soll den Arbeitsdienst der Brüder und Schwestern anerkennen, damit Zucht und Ordnung in der Gemeinde bestehen bleibt und jeder seinen Platz kennt.
Hinweis zu wörtlichen Zitaten: Folgende Formulierungen aus den genannten Kommentatoren kommen im Text nur als sinngemäße Wiedergaben vor; direkte Zitate werden hier nicht wörtlich erneut angeführt, sofern keine explizite Textstelle vorliegt.
Ausblick
Die Praxis der Wertschätzung und Friedfertigkeit hier schafft eine Grundlage dafür, wie Christen miteinander arbeiten – in Geduld, im Dienst und in der Gemeinschaft. Möge jeder, der im Werk Gottes tätig ist, die nötige Unterstützung und Achtung erhalten, damit Gottes Wirken weiter Gestalt annimmt.