Daniel 11:36 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Und der König wird tun, was er will, und wird sich erheben und aufwerfen wider alles, was Gott ist; und wider den Gott aller Götter wird er greulich reden; und es wird ihm gelingen, bis der Zorn aus sei; denn es muß geschehen, was beschlossen ist.

Vorheriger Vers
« Daniel 11:35
Nächster Vers
Daniel 11:37 »

Daniel 11:36 Vers-für-Vers-Kommentar

Daniel 11:36 (LUTH1912) – Der Hochmut des Königs und Gotteslästerung

Hauptgedanke: Die Erscheinung des Königs, der sich gegen Gott erhebt und alles, was Gott ist, beständig missachtet, zeigt eine radikale Gegenstellung zu Gott. Doch im Blick auf Gottes souveräne Verordnung bleibt sein Zorn zeitlich gebunden und endet gemäß Beschluss Gottes.

Literarischer Kontext

Daniel 11 schildert eine Reihe von Machtwechseln und Königen, die im Wals der Endzeit auftreten. Der Vers markiert eine Höhepunktebene: eine ungebremste Selbstherrlichkeit, die Gottesrufe missachtet. In diesem Kapitel wird das menschliche Streben nach weltlicher Macht in scharfem Kontrast zur göttlichen Autorität gesetzt. Der Text verwendet großartige, theologisch gewichtete Formulierungen, um die Intensität der Lästerung zu vermitteln: „aufwerfen wider alles, was Gott ist“ und „wider den Gott aller Götter wird er greulich reden“.

Theologische Bedeutung

Der Vers setzt voraus, dass Gott in der Geschichte nicht bloß passiv bleibt. Er lässt das menschliche Hochmutsspiel nicht unbeantwortet, sondern richtet es am Ende nach seinem festgesetzten Plan. Die Formulierung „bis der Zorn aus sei“ verweist auf Gottes Geduld und gleichzeitig auf dessen unverrückbare Beschlüsse. Die Passage erinnert daran, dass Religion und Herrschaft nicht neutral nebeneinander existieren, sondern dass wahre Anbetung und Loyalität vor Gottes Thron stehen müssen.

Bezüge zu anderen Schriftstellen

  • Offenbarung 13 – Eine ähnliche Darstellung eines weltlichen Herrschers, der sich gegen Gott erhebt; beide Texte betonen die gottlose Selbstüberhebung und das Ziel Gottesgericht am Ende der Zeit.
  • 2. Thessalonicher 2 – Die Enthüllung des Geheimnisses der Gesetzlosigkeit und die Gegenwart eines Menschen der Sünde, der sich gegen Gott erhebt; Gemeinsamkeit in der Aussage, dass sich böse Mächte gegen Gottes Wort und Gegenwart richten.
  • Psalm 2 – Die Reaktion Gottes auf das Hoh- und Wehklagen der Könige: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gesetzt“; hier wird deutlich, dass göttliche Autorität gegenüber menschlicher Rebellion bestehen bleibt.

Verbindung zu den Kommentatoren

Matthew Henry betont die Gewissheit, dass königliche Auffassung der Höhen der Welt vergehen wird, während Gottes Majestät unverändert bleibt. Adam Clarke hebt hervor, dass Gott nicht zuletzt die Beschlüsse zur rechten Zeit ausführt und dass menschliche Hybris nur innerhalb dieses Rahmens gewährt wird. Albert Barnes sieht in der Passage eine Vorwegnahme des allgemeinen Widerstands gegen Gott, der letztlich in göttliche Gerechtigkeit mündet. Gemeinsam vermitteln sie, dass menschliche Großtaten vor Gott prüfen müssen, was nicht auf Dauer Bestand hat.

Fragen zum Nachdenken

  • Wie zeigt sich in meinem Umfeld eine Tendenz zur Gotteslästerung oder zur Überhebung?
  • Warum ist Gottes Geduld wichtig, und wodurch zeichnet sich seine Beschlussfestigkeit aus?
  • Wie kann ich in Zeiten weltlicher Machtneigungen standhaft im Glauben bleiben?

Zusammenfassung

Der Vers veranschaulicht eine extrem selbstbewusste Herrschaft, die sich gegen Gott richtet. Er dient als Mahnung, dass menschliche Euphorie und weltliche Macht in Gottes Plan eingepasst sind und dass Gottes endgültiges Ziel – das Ausmaß seines Zorns und seine gerechte Ordnung – unausweichlich ist. Die Passage ermutigt zur standhaften Loyalität gegenüber Gott, auch wenn die Kräfte der Welt gegen ihn auftreten.

*** Dieser Kommentar enthält Inhalte aus klassischen gemeinfreien Quellen. Teile des Materials wurden mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet, zusammengefasst oder übersetzt. Bitte vergleiche jede Erklärung mit dem vollständigen Bibeltext und seinem Zusammenhang. Wenn du einen Fehler oder eine verbesserungsbedürftige Übersetzung findest, teile es uns bitte mit.

Daniel 11:36 Querverweise und verwandte Bibelstellen

Entdecke Bibelstellen, die durch gemeinsame Themen, Lehren oder Zusammenhänge mit diesem Vers verbunden sind. Querverweise helfen dir, verschiedene Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Aussage des Verses besser zu verstehen. Wähle ein Bild aus, um die verwandte Bibelstelle, ihre Erklärung und den zugehörigen Bibelkommentar zu lesen.

Deuteronomium 10:17 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Deuteronomium 10:17 (LUTH1912) »
Denn der HERR, euer Gott, ist ein Gott aller Götter und HERR über alle Herren, ein großer Gott, mächtig und schrecklich, der keine Person achtet und kein Geschenk nimmt

Offenbarung 13:5 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Offenbarung 13:5 (LUTH1912) »
Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang.

2 Thessalonicher 2:4 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
2 Thessalonicher 2:4 (LUTH1912) »
der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott.

LUTH1912 Bibelbuch auswählen