Old Testament
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Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. (Johannes 13,20, LUTH1912)
Zentrale Aussage
Jesus erklärt hier, dass das Handeln der Jünger in seinem Namen nicht bloß menschliche Liebesdienstleistung ist, sondern eine weiterreichende Aufnahme erfolgt: Wer einen von Jesus sendet, nimmt Jesus selbst auf; wer Jesus aufnimmt, nimmt den auf, der ihn gesandt hat. Die Struktur betont Gemeinschaft in Mission und Autorität: Empfangende Gemeinschafts- und Sendestruktur gehört zum dreieinigen Willen, in dem der Vater, der Sohn und die Jünger zusammenarbeiten.
Literarischer Kontext
Im Abendmahlskontext spricht Jesus vom Verrat und dem kommenden Weg. Die Aussage folgt auf das Vorbild der Demut, das sich darin zeigt, dass die Jünger nicht zu groß oder ausschließend handeln sollen, sondern andere aufnehmen wie der Messias aufgenommen wird. Die Formulierung „wer aufnimmt“ verweist auf eine aktive Aufnahme, die Gastfreundschaft, Anerkennung und Zugehörigkeit umfasst.
Theologische Bedeutung
Die Verse betonen zwei Ebenen von Aufnahme: die Aufnahme Christi in die Mission (Jesus sendet jemanden; der Gesandte wird aufgenommen) und die Aufnahme des Gesandten in die Gemeinschaft der Jünger, die wiederum die Autorität des Gesandten und damit Gottes Auftrag anerkennt. Daraus folgt eine ordnende Lehre über christliche Gemeinschaft und Mission: Wer einen Boten Gottes aufsucht, richtet sich auf God’s Autorität aus; wer Jesu Boten aufnimmt, akzeptiert Gottes sendende Ordnung.
Bezüge zu anderen Schriftstellen
– Matthäus 10,40: Wer einen Propheten aufnimmt, erhält Lohn eines Propheten; hier wird die Logik der Aufnahme weitergeführt, indem Aufnahme Glaubenserweisung und Gottesbotschaft miteinander verknüpft. Beziehung: Aufnahme gilt als Annahme göttlicher Botschaft.
– Galater 4,14–15: Die Annahme des Apostels geschieht im Vertrauen auf Christus; Aufnahme wird zu einer Haltung der Annahme der göttlichen Berufung. Beziehung: Bekenntnis der Autorität Gottes, nicht bloß freundliche Aufnahme.
– Lukas 10,16: Wer euch hört, hört mich; wer euch verwirft, verwirft mich. Beziehung: Weitergabe der Autorität und der Verantwortung, die in der Sendung liegt.
Fragen zur Besinnung
Zusammenfassung
Johannes 13,20 konzentriert die Praxis der Nachfolge auf zwei Ebenen: die Annahme des Gesandten als Ausdruck des Empfangs von Jesus, und die Annahme Jesu als Empfang des Senders, dessen Auftrag vom Vater kommt. Die Passage ermutigt zur mutigen, offenen Aufnahme Gottes Botschaft durch Boten und Gemeinschaft – als Teil der göttlichen Sendungsordnung.
Verwandte Anmerkungen zu älteren Kommentatoren
Public-Domain-Quellen betonen oft, dass Aufnahme eine heilige Berufung und Verantwortung umfasst. Matthew Henry hebt die reale Gegenwärtigkeit Christi in den Gesandten hervor; Albert Barnes betont die Autorität, die durch den Gesandten weitergegeben wird; Adam Clarke verweist auf die Ernsthaftigkeit der Berufung und die Folgen der Ablehnung. Wenn direkte Zitate verwendet werden, vermerkt dieser Text mögliche Formulierungen: Henry betont, dass Christus in den Boten gegenwärtig ist; Clarke spricht von göttlicher Autorität, die hinter dem Gesandten steht.