Levitikus 18:21 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Du sollst auch nicht eines deiner Kinder dahingeben, daß es dem Moloch verbrannt werde, daß du nicht entheiligst den Namen deines Gottes; denn ich bin der HERR.

Vorheriger Vers
« Levitikus 18:20
Nächster Vers
Levitikus 18:22 »

Levitikus 18:21 Vers-für-Vers-Kommentar

Verbot der Kindersopfer an Moloch (Levitikus 18,21) – LUTH1912

Der zentrale Gedanke dieses Verses lautet: Gott verurteilt jede Form der Opferung von Kindern, die dem Götzendienst dient. Es ist eine klare Anweisung, keine Verbindung zu Götzenkulten zuzulassen, selbst unter dem Vorwand religiöser oder staatlicher Verpflichtungen. Gott bleibt der Herr des Lebens und der Heiligung seines Namens.

Literärer Kontext

Levitikus 18 befasst sich mit dem sittlichen Gesetz und der Absonderung des Volkes für Heiligkeit. Der konkrete Verweis auf Moloch bezeugt die Nähe zu kanaanäischen Bräuchen, die das Leben der Kinder als Opfer nutzten. Der Vers steht im Rahmen von Warnungen gegen Entheiligung Gottes durch Missachtung seiner Gebote. Die Sprache ist scharf und verbindlich: Ein aktives Opferhandeln an fremden Göttern widerspricht dem Bund, den Israel mit dem HERRN geschlossen hat.

Theologische Bedeutung

Der Vers verankert eine Grundannahme biblischer Ethik: Gottes Würde des Lebens ist unantastbar. Die Forderung, den Namen des HERRN nicht zu entheiligen, zeigt die Verbindung von Gottes Heiligkeit und dem ethischen Umgang mit menschlichem Leben. Das Verbot verbindet Anbetungspflicht mit dem Schutz der Schwachen. Die Heiligkeit Gottes schließt die Unterordnung von Kultpraktiken unter seine Autorität mit ein.

Gottes Wort in der gesamten Schrift

Diese Stelle verknüpft sich mit anderen Passagen, die das Leben schützen (z. B. Gebote gegen Blutschande, Abscheulichkeiten religiöser Praktiken) und mit der Betonung, dass Gottes Name durch Treue und Rechtschaffenheit geehrt wird. Die klare Absage an Kindertötung dient als Hinweis darauf, wie der Bund Gottes mit seinem Volk geprägt ist: Er fordert Loyalität und moralische Reinheit statt entheiligender Rituale.

Beziehungen zu anderen Stellen

  • Vergleichbare Verbote gegen Götzenkult und Götzendienst in Levitikus 20 und 26 – Die Linie bleibt: Gottes Distanz zu Ritualen, die Leben entwerten.
  • Bezug zur Zehn Geboten, insbesondere dem Gebot, den Namen Gottes heilig zu halten (Exodus 20) – Heiligkeit Gottes verlangt, dass niemand seinen Heiligen Namen entheilige, auch nicht durch missbräuchliche Opfer?.
  • Neuer Bund, der das Leben und die Würde des Menschen betont (Jesaja 1; Jeremia 7) – Die Kritik an ritueller Brutalität findet sich in der ganzen Profhetenschaft.

Fragen zur persönlichen Auseinandersetzung

  • Welche Formen von kultureller Praxis könnten heute als „Entheiligung des Namens Gottes“ gelten, und wie wende ich Gottes Maßstab daran an?
  • Wie zeigt sich die Heiligkeit Gottes im täglichen Umgang mit Mitmenschen, besonders den Schwächsten?

Zusammenfassung und Ausblick

Levitikus 18,21 verankert eine unverrückbare Grenze: Die Verehrung des einen Gottes darf nicht durch grausame oder entheilige Rituale gegen Leben relativiert werden. Der Text ruft dazu auf, Leben und Würde zu schützen und Gottes Namen in Treue zu ehren. Die Theologie dieses Verses wirkt durch das ganze biblische Zeugnis hindurch: Gottes Heiligkeit fordert von seinem Volk eine Ethik, die Leben achtet und Götzendienst klar ausschließt.

Kernquellen aus frühneuzeitlichen Auslegungen (aus Public-Domain-Kommentaren)

Hinweis: Folgende Autoren werden hier in Bezug auf ihren grundsätzlichen Beitrag zitiert, ohne vollständige Verstexte zu reproduzieren. Es werden kurze wörtliche Einschübe genannt, sofern verfügbar:

  • Matthew Henry: Betonung der Heiligkeit Gottes und des Verweises auf das Bündnischarakter des Gesetzes.
  • Albert Barnes: Erläutert die moralische Logik hinter dem Verbot und die Verbindung zu einem gerechtheitsorientierten Gottesbild.
  • Adam Clarke: Betont die Unzugänglichkeit menschlicher Opferhandlungen gegenüber dem Willen Gottes und die Forderung nach Reinheit des Gottesdienstes.

*** Dieser Kommentar enthält Inhalte aus klassischen gemeinfreien Quellen. Teile des Materials wurden mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet, zusammengefasst oder übersetzt. Bitte vergleiche jede Erklärung mit dem vollständigen Bibeltext und seinem Zusammenhang. Wenn du einen Fehler oder eine verbesserungsbedürftige Übersetzung findest, teile es uns bitte mit.

Levitikus 18:21 Querverweise und verwandte Bibelstellen

Entdecke Bibelstellen, die durch gemeinsame Themen, Lehren oder Zusammenhänge mit diesem Vers verbunden sind. Querverweise helfen dir, verschiedene Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Aussage des Verses besser zu verstehen. Wähle ein Bild aus, um die verwandte Bibelstelle, ihre Erklärung und den zugehörigen Bibelkommentar zu lesen.

Deuteronomium 12:31 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Deuteronomium 12:31 (LUTH1912) »
Du sollst nicht also dem HERRN, deinem Gott, tun; denn sie haben ihren Göttern getan alles, was dem HERRN ein Greuel ist und was er haßt, denn sie haben auch ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt ihren Göttern.

Levitikus 20:2 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Levitikus 20:2 (LUTH1912) »
Sage den Kindern Israel: Welcher unter den Kindern Israel oder ein Fremdling, der in Israel wohnt, eines seiner Kinder dem Moloch gibt, der soll des Todes sterben; das Volk im Lande soll ihn steinigen.

Levitikus 19:12 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Levitikus 19:12 (LUTH1912) »
Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und entheiligen den Namen deines Gottes; denn ich bin der HERR.

LUTH1912 Bibelbuch auswählen