Old Testament
Genesis Exodus Levitikus Numeri Deuteronomium Josua Richter Rut 1 Samuel 2 Samuel 1 Könige 2 Könige 1 Chronik 2 Chronik Esra Nehemia Ester Hiob Psalm Sprüche Prediger Hohelied Jesaja Jeremia Klagelieder Hesekiel Daniel Hosea Joel Amos Obadja Jona Micha Nahum Habakuk Zephanja Haggai Sacharja MaleachiVerse
Lukas 16:1 Lukas 16:2 Lukas 16:3 Lukas 16:4 Lukas 16:5 Lukas 16:6 Lukas 16:7 Lukas 16:8 Lukas 16:9 Lukas 16:10 Lukas 16:11 Lukas 16:12 Lukas 16:13 Lukas 16:14 Lukas 16:15 Lukas 16:16 Lukas 16:17 Lukas 16:18 Lukas 16:19 Lukas 16:20 Lukas 16:21 Lukas 16:22 Lukas 16:23 Lukas 16:24 Lukas 16:25 Lukas 16:26 Lukas 16:27 Lukas 16:28 Lukas 16:29 Lukas 16:30 Lukas 16:31



Lukas 16,23 (LUTH1912): Im Hadesreich oder in der Hölle
Im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus beschreibt Jesus eine jenseitige Szene nach dem Tod: Der reiche Mann wird in der Hölle gesehen, wo er Qual erlebt, und er hebt die Augen auf, sieht Abraham weit entfernt und Lazarus in Abrahams Schoß. Die unmittelbare Setting-Ebene betont die Realität eines gerechten Kräftespiels von Vergeltung jenseits des Lebens auf Erden. Es handelt sich nicht um eine rein bildhafte Vorstellung, sondern um eine Lehre über das Urteil, die Ordnung Gottes und die endliche Bestimmung von jedem Menschen nach seinen Werken und seiner Beziehung zu Gott.
Was der Text über Gott und den Glauben offenbart
Der Text zeigt, dass Gott Gerechtigkeit hält. Die Reichenleistungen in dieser Welt finden ihre Bestätigung oder Strafe im nächsten Leben. Abraham fungiert als Vermittler und Zeuge göttlicher Ordnung, nicht als Quelle der Rettung. Die Szene mahnt vor Selbstzufriedenheit, Reichtum ohne Gottesfurcht zu leben, und unterstreicht, dass das ewige Schicksal nicht durch äußere Erscheinung bestimmt wird, sondern durch die Ausrichtung des Herzens auf Gott.
Wichtige Begriffe und Bilder
Hölle/Qual: Ein Ort der bestraften Trennung von Gott; kein schöpferischer Genuss, sondern Qual und Klarheit über gerechte Strafe. Augenaufheben: Zeichen des Bewusstseins und der Reaktion auf die Realität der Wahrheit jenseits des Lebens. Abrahamsohnung (Schoß Abraham): Bild für Geborgenheit, Nähe und die Gemeinschaft der Gläubigen in Gottes Gegenwart; zugleich eine ikonische Einbettung in der biblischen Glaubensgeschichte.
Verwandte biblische Passagen (Cross-References)
Klarstellungen zu Begrifflichkeit
Der Text spricht in einer theologisch einschneidenden Perspektive über das kriteriumsbestimmende Verhältnis zu Gott. Es handelt sich um eine Lehre, dass Reichtum ohne Gottesfurcht und ohne Barmherzigkeit gegenüber Notleidenden nicht zum endgültigen Heil führt, während die Treue zu Gott in der Ewigkeit Bestand hat.
Heutige Anwendung
Die Passage ruft zur Dringlichkeit auf: Lebe in Abhängigkeit von Gott, teile Güter, übe Barmherzigkeit und kultiviere echtes Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit. Das Bewusstsein eines kommenden Urteils soll zur Demut, Großzügigkeit und einer ehrlichen, von Gottes Wort geprägten Lebensführung führen.
Zusammenfassung aus klassischen Stimmen: Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke betonen, dass das Gleichnis keine Gleichgültigkeit gegenüber dem, was irdisch geschieht, duldet; vielmehr fordert es eine loyale Gottesfurcht, die sich in Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Frömmigkeit äußert. Sie verbinden die Szene mit der Gewissheit, dass Gott die Herzen kennt und dass die Ewigkeit jene Wahrheit offenbart, die im irdischen Verhalten verborgen lag.