Old Testament
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1 Korinther 6:20 (LUTH1912) – „Denn ihr seid teuer erkauft; darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes.“
Im unmittelbaren Zusammenhang richtet Paulus hier die Gemeinde auf das Verhältnis der Gläubigen zu ihrem Körper. Im vorhergehenden Abschnitt geht es darum, wie Christen mit sexuellem Fehlverhalten umgehen sollen und wie die Gemeinde Teilschwierigkeiten miteinander ertragen soll. Paulus schließt die‑seinen Gedanken mit der Feststellung, dass der Gläubige nicht mehr sich selbst gehört, sondern Gott. Der Vers knüpft an das Thema Heiligung an: Gott hat die Glieder der Gemeinschaft durch das Opfer Jesu teuer erkauft, und darum ist jedes Glied berufen, demütig, gehorsam und heilig zu handeln.
Was der Vers über Gott und den Glauben aussagt
Das zentrale Wort „teuer erkauft“ erinnert daran, dass Gott durch den Tod Christi den Gläubigen zu seinem Eigentum gemacht hat. Diese Tatsache ruft zu Dank und zur inneren Hingabe auf. Der Gläubige ist kein freier Marktartikel mehr, sondern Gottes Eigentum, das zu seiner Ehre lebt. So wird der relationale Charakter des Glaubens sichtbar: Gott hat durch Christus Beziehungen wiederhergestellt, und der Gläubige antwortet mit gelebtem Gottesdienst.
Wichtige Begriffe und Bilder
Verwandte Hinweisstellen (Cross-References)
• Römer 12,1–2: Ermahnt, den Leib als lebendiges Opfer zu geben – eineLOGische Fortführung des Gedankens, dass der gesamte Mensch Gott gehört. Die Wendung unterstreicht Heiligung im Alltag. Erklärungskontext: Die christliche Lebensführung ist weniger ein äußerliches Verbot als eine Hingabe an Gottes Willen.
• 1. Korinther 3,16–17: Der Gläubige als Gottes Tempel – eine Aufforderung, den Leib als Ort der Heiligkeit zu bewahren. Verbindung: Gott wohnt in Heiligkeit, deshalb ist Missbrauch oder Unreinheit unbegründet.
• 2. Korinther 6,16: „Denn ihr Segen Altergt; wir gehören zu Gott“ – vertieft das Eigentumsbild und die Einheit von Glauben und Lebensführung.
Historisch-theologische Einordnung (Auszüge aus klassischen Kommentaren)
Nach Matthew Henry betont der Vers, dass die Erlösung nicht nur eine Rechtfertigung, sondern eine umfassende Heiligung des gesamten Menschen bedeutet. Die Gläubigen seien durch das Blut Christi so teuer, dass ihr ganzer Lebenswandel Gott gelten müsse. Barnes hebt hervor, dass „teuer erkauft“ die kostbare Erlösung durch Christi Opfer markiert und uns zur Dankbarkeit motiviert. Adam Clarke ergänzt, dass der Ausdruck die unverdiente Gnade beschreibt, die den Gläubigen zu Gottes Eigentum macht, damit sie in Reinheit und Rechtschaffenheit leben. Gemeinsam wird deutlich: Die Erlösung ruft eine neue Lebenshaltung, nicht nur eine philosophische Überzeugung hervor.
Zusammenfassende Auslegung
Gott hat uns durch Christus teuer erkauft. Darum ist der Christ aufgefordert, Gott an seinem gesamten Wesen – Leib und Geist – zu preisen, zu gehorchen und in Heiligkeit zu leben. Das gilt im persönlichen Alltag ebenso wie im Umgang miteinander in der Gemeinde. Die Heiligung ist kein optionales Add-on, sondern das normale Kennzeichen eines wiedergeborenen Lebens.
Anwendung heute
Quellenhinweis zu Zitaten: Keine vollständigen Zitate aus Henry, Barnes oder Clarke im Text verwendet; Anmerkungen beziehen sich auf deren übliche Deutungen in dieser Thematik. Falls gewünscht, können ausgewählte kurze Wortlaute aus deren Kommentaren ergänzend zitiert werden.