Old Testament
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Apostelgeschichte 2,15 (LUTH1912): „Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, sintemal es ist die dritte Stunde am Tage“
In applying Pfingsten schildert Lukas hier, wie die Jünger ausgiebig den Heiligen Geist empfangen haben und die Menge sie als betrunken wahrnimmt. Petrus korrigiert dies sofort: Die Jünger sind nicht berauscht, denn es ist erst die dritte Stunde des Tages – eine Zeit, in der übliche Trunkenheit nicht denkbar wäre und Zeugen in der jüdischen Kultur dies bezeugen würden. Die Szene betont, dass Gottes Wirken nicht dem menschlichen Maßstab von Sinnesruhm folgt, sondern sichtbar durch klare, verständliche Sprache und überschwängliche Freiheit des Geistes geschieht.
Zentrale Bedeutung
Der Vers hebt zwei Wahrheiten hervor: Erstens, das Apostelinnen- bzw. Jünger-Treffen am Pfingsttag ist kein menschliches Ereignis der Trunkenheit, sondern ein göttlich gewirktes Wunder. Zweitens, die Zeitangabe beweist die menschliche Ordnung und Kultur, durch die Gott sein Werk sichtbar macht, nicht trotz, sondern zusätzlich zu menschlicher Ordnung. So wird deutlich, dass göttliche Zuwendung oft jenseits menschlicher Beurteilung liegt und dennoch in geordneter Form geschieht.
Zwei bis drei zentrale Themen
Bezüge im Neuen Testament
Cross-references, die das Verständnis stärken: - 2. Korinther 12,9–10: Gottes Kraft wirkt oft in Schwäche. Das Gegenüberstellende Verhältnis von menschlicher Erwartung und göttlicher Wirksamkeit wird deutlich. - Johannes 7,37–39: Der geistige Durst und das lebens-spendende Wasser, das vom Heiligen Geist ausgeht, verknüpfen sich mit Pfingsten als Quelle der Gemeinschaft. - Joel 2,28–29: Die Prophezeiung, dass Gottes Geist ausgegossen wird, findet hier eine konkrete Erfüllung.
Praktische Einsicht
Für Christen bedeutet Pfingsten, dass sichtbare Kraft des Geistes sich nicht in Bedürftigkeit der Menschen anpasst, sondern in befreiender Klarheit und Verständlichkeit. Gottes Wirken wörtlich zu nehmen erfordert Wachsamkeit gegenüber dem, was sichtbar wird, und zugleich Demut, das Wirken Gottes zu erkennen, auch wenn es unseren Erwartungen widerspricht.
Zusammenfassung
In Apostelgeschichte 2,15 begegnet uns eine klare Korrektur einer Missdeutung: Die Jünger sind nicht betrunken; es ist die dritte Stunde des Tages. Diese Feststellung betont die Ordnung Gottes in seinem wunderbaren Wirken am Pfingsttag und eröffnet den Blick auf die Fülle des Geistes, die über menschliche Vermutungen hinausgeht.
Nebenhaltliche Anmerkung (Zusammenführung aus klassischen Stimmen): Matthew Henry hebt die Zurechtweisung der falschen Anschuldigung hervor, Albert Barnes betont die Ordnung der Zeit als Beweis für Gotteseinwirken, und Adam Clarke erinnert daran, dass der Geist mit Klarheit und Verständlichkeit wirkt, nicht mit Trunkenheit. Wörtliche Zitate aus Henry, Barnes oder Clarke werden hier nur in Bezug auf ihre Kernaussagen genannt, ohne den Text zu wiederholen.
Verwandte Abschnitte: - Apostelgeschichte 2,14–16: Petrus beginnt seine Auslegung der Pfingstverkündigung. - Joel 2,28–29: Verheißung der Geisteseinwirkung erfüllt sich am Pfingsttag.