Old Testament
Genesis Exodus Levitikus Numeri Deuteronomium Josua Richter Rut 1 Samuel 2 Samuel 1 Könige 2 Könige 1 Chronik 2 Chronik Esra Nehemia Ester Hiob Psalm Sprüche Prediger Hohelied Jesaja Jeremia Klagelieder Hesekiel Daniel Hosea Joel Amos Obadja Jona Micha Nahum Habakuk Zephanja Haggai Sacharja MaleachiVerse
Johannes 1:1 Johannes 1:2 Johannes 1:3 Johannes 1:4 Johannes 1:5 Johannes 1:6 Johannes 1:7 Johannes 1:8 Johannes 1:9 Johannes 1:10 Johannes 1:11 Johannes 1:12 Johannes 1:13 Johannes 1:14 Johannes 1:15 Johannes 1:16 Johannes 1:17 Johannes 1:18 Johannes 1:19 Johannes 1:20 Johannes 1:21 Johannes 1:22 Johannes 1:23 Johannes 1:24 Johannes 1:25 Johannes 1:26 Johannes 1:27 Johannes 1:28 Johannes 1:29 Johannes 1:30 Johannes 1:31 Johannes 1:32 Johannes 1:33 Johannes 1:34 Johannes 1:35 Johannes 1:36 Johannes 1:37 Johannes 1:38 Johannes 1:39 Johannes 1:40 Johannes 1:41 Johannes 1:42 Johannes 1:43 Johannes 1:44 Johannes 1:45 Johannes 1:46 Johannes 1:47 Johannes 1:48 Johannes 1:49 Johannes 1:50 Johannes 1:51



Johannes 1,29 – "Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!" (LUTH1912)
Dieses eine Satzbild aus dem Johannes-Evangelium ruft tief in die christliche Erfahrung hinein: Jesus wird nicht als gewöhnlicher Lehrer oder Prophet erkannt, sondern als das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt. Der Ausspruch markiert den Wendepunkt im Johannesevangelium, an dem der Täufer seine Jünger zu Jesus führt und der Fokus von der Vorbereitung aufs Kommen Christi hin zur persönlichen Entscheidung für ihn verschoben wird. Es ist eine klare Bekenntnisformel: Christus steht in der göttlichen Rettungsordnung längst vorgesehenen Weg der Sündenvergebung.
Originalkontext und Bedeutung
Der Täufer Johannes der Täufer identifiziert Jesus am Ufer des Jordan öffentlich als Gottes Lamм: eine Paraphrase aus der hebräischen und jüdischen Sündentradition, in der das Lamm als Sündopfer dient. Hier wird sichtbar, dass Jesus nicht lediglich ein moralischer Lehrer ist, sondern der zentrale Opferbahr, durch den Gottes Zorn und die Schuld der Menschen getragen werden. Die Formulierung betont zwei Aspekte zugleich: Jesus als GottesZentrum der Rettung (Gottes Lamм) und als Träger der Sünde der Welt (welches der Welt Sünde trägt).
Hauptgedanke und theologische Linien
Der Vers legt drei miteinander verflochtene Wahrheiten fest:
Verknüpfte biblische Themen
— Opfer und Sündenvergebung: Das Lamm verweist auf das Opferritual der Alten Testamentlichkeit, erneuert durch Christus als endgültiges Opfer.
— Substitution: Christus trägt stellvertretend die Schuld der Welt, was die Grundlage der Gnade bildet.
— Erkanntwerden durch Offenbarung: Der Ruf des Täufers eröffnet den Jüngern den Blick auf den Messias, der im Glauben angenommen wird.
Bezugspunkte im Gesamtzeugnis
Cross-references, kurz erklärt:
Kurzgefasste christliche Verstehenslinie
Der Text fordert Gläubige heraus, Jesús nicht als bloßen Vorläufer zu sehen, sondern als den Erretter, dessen Tod und Auferstehung die Quelle der Vergebung ist. Diese Erkenntnis weckt Vertrauen, dass Gottes Heilsplan konkret in der Person Jesu verwirklicht ist und dass der Glaube an ihn die Sünde in der persönlichen Lebenspraxis überspringt.
Devotionaler Abschluss
Der Predigt-Charakter dieses Verses ruft uns zu einer einfachen, doch grundlegenden Reaktion: An Jesus festhalten, der als Gottes Lamm die Welt heilt. Erlauben wir dem Heiligen Geist, uns die Tragweite dieses Opfers neu zu erfassen – dass in unserer Sünde Heilung beginnt, weil Christus an unserer Statt gestorben ist. Möge unser Vertrauen nicht in unsere eigenen Anstrengungen fallen, sondern in die Gnade, die sich in Jesus offenbart.
Zitat aus klassischen Kommentaren (Auszüge)
Als kurze Orientierung in der historischen Auslegung mögen folgende Formulierungen dienen: "Siehe, das ist Gottes Lamm" wird in den traditionellen Kommentaren als ausdrückliche Offenbarung der göttlichen Rettungsordnung verstanden. Beachte, dass in der Praxis der Kommentatoren Henry, Barnes und Clarke wesentliche Bezüge gemacht haben, ohne den Text auszuweiten.
Hinweis zu Zitaten: Falls konkrete Wortlaute aus Matthew Henry, Albert Barnes oder Adam Clarke im Text wörtlich zitiert wurden, werden sie hier nur in der knappen Form wiedergegeben, sofern vorhanden. Der vorliegende Text fasst deren Kerngedanken integrativ zusammen.