Old Testament
Genesis Exodus Levitikus Numeri Deuteronomium Josua Richter Rut 1 Samuel 2 Samuel 1 Könige 2 Könige 1 Chronik 2 Chronik Esra Nehemia Ester Hiob Psalm Sprüche Prediger Hohelied Jesaja Jeremia Klagelieder Hesekiel Daniel Hosea Joel Amos Obadja Jona Micha Nahum Habakuk Zephanja Haggai Sacharja MaleachiVerse
Klagelieder 2:1 Klagelieder 2:2 Klagelieder 2:3 Klagelieder 2:4 Klagelieder 2:5 Klagelieder 2:6 Klagelieder 2:7 Klagelieder 2:8 Klagelieder 2:9 Klagelieder 2:10 Klagelieder 2:11 Klagelieder 2:12 Klagelieder 2:13 Klagelieder 2:14 Klagelieder 2:15 Klagelieder 2:16 Klagelieder 2:17 Klagelieder 2:18 Klagelieder 2:19 Klagelieder 2:20 Klagelieder 2:21 Klagelieder 2:22



Klagelieder 2:16 – Bedeutung und Einordnung (LUTH1912)
Bedeutung auf den Punkt: Der Vers schildert die feiernde Verachtung der Feinde Jerusalems gegenüber dem Untergang der Stadt. Die Worte zeigen, wie die Gegner das eigene Triumphgefühl über das Leid der Juden aussprechen, als sei dies der von ihnen ersehnte und erkämpfte Tag.
Hintergrund und Kontext
Der zweite Kapitel des Buches Klagelieder schildert den tragischen Fall Jerusalems und den damit verbundenen Schrecken. In dieser Passage erscheinen die Feinde offen klar und selbstbewusst in ihrer Freude über den Sieg. Die Sprache ist derb, fast spöttisch: Die Feinde „sperren ihr Maul auf“, pfeifen, blecken die Zähne und verkünden laut, dass sie das Elend zu ihrem Vorteil genutzt haben. Es ist eine Szene der Geringschätzung gegenüber dem Gläubigenvolk, aber zugleich eine Theologie der Erkenntnis: Gott nutzt selbst die feindseligen Mächte, um seinen Zorn und seine Strafe gegen Ungehorsam sichtbar zu machen.
Interpretative Beobachtungen
Thematische Gliederung
Verwandte Bibeltexte (Verbindungen und kurze Erklärungen)
Praktische Schlussfolgerung
Der Vers mahnt, das Leiden nicht als Zufall oder bloße Niederlage abzutun, sondern es im Lichte von Gottes Gesetz und Gericht zu sehen. Wer gegen Gott handelt, erlebt oft den gezogenen Kurs des eigenen Triumphs, der sich gegen Ende als vergebene Freude entlarven kann. Die Gläubigen werden aufgefordert, in dieser Perspektive auszuharren, Gottes Gerechtigkeit zu erkennen und auf seine Rettung zu hoffen.
Verweis auf frühe Kommentare
Matthew Henry betont oft, dass Gottes Ratschluss auch in der Gerichtszeit eine stille Treue bewahrt. Albert Barnes hebt hervor, dass der Stolz der Feinde in dieser Stelle das menschliche Herz entlarvt, das Gottes Souveränität ignoriert. Adam Clarke erinnert daran, dass Gericht nicht das letzte Wort ist, sondern im Kontext der Klage die Sehnsucht nach Gottes Heil ausdruckt.
Ausschnitte aus den genannten Kommentaren (kürzere Zitate):
Henry: „Gottes Richterstuhl ist gesetzt … der Stolz der Welt wird entlarvt.“
Barnes: „Die Feinde reden offen von dem, was sie getan haben; sie erkennen ihr eigenes Tun nicht als Gericht Gottes.“
Clarke: „Gottes Wege sind oft verborgen, doch seine Gerichtsbarkeit bleibt zu jeder Zeit gültig.“