Old Testament
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Klagelieder 2:19 (LUTH1912)
Stehe des Nachts auf und schreie; schütte dein Herz aus in der ersten Wache gegen den Herrn wie Wasser; hebe deine Hände gegen ihn auf um der Seelen willen deiner jungen Kinder, die vor Hunger verschmachten vorn an allen Gassen!
Umschrift des unmittelbaren Zusammenhangs
Was dieser Text über Gott und Glauben offenbart
Wichtige Wörter und Bilder erklärt
Verwandte Stellen (Cross-references)
1) Klagelieder 1,12–13 – Ähnlich: Klage als Ausdruck von Verzweiflung vor Gott und zugleich als Suche nach Gottes Nähe. Verbindung: Klage und Bitten gewinnen Sinn aus der Gottesfurcht, nicht aus Verzweiflung.
2) Psalm 80,4 – Aufruf, Gott zu suchen in der Nacht, mit der Bitte um Erbarmen trotz Bedrängnis. Verbindung: Die Nacht wird zum Ort der Gebetsbekennung und der Hoffnung.
3) Jesaja 26,9 – Stilles Rufen in der Nacht mit der Erwartung, dass Gottes Urteil und seine Güte zugleich wirken. Verbindung: Gott hört aufrichtiges Rufen, auch in der Erfüllung von Strafe.
Gebrauch und Gegenwartsanwendung
Der Vers erinnert daran, dass Gottes Weg mit seinem Volk oft durch ernste, schmerzhafte Prüfungen führt. Doch in der Klage bleibt der Blick auf Gott gerichtet: Echte Klage ist kein Aufgeben des Glaubens, sondern ein Ruf nach Gottes Handeln. In der heutigen Zeit mag man sich mit persönlichen oder gemeinschaftlichen Krisen konfrontiert sehen. Die Einladung dieses Textes lautet: Mut zur aufrichtigen Gebetsbekundung, das Herz vor Gott zu öffnen, und zugleich das **Hoffnungselement** festzuhalten, dass Gottes Barmherzigkeit sich auswächst aus dem Urteil.
Nach der Perspektive von Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke wird betont, dass Klage vor Gott eine formlose, ehrliche Rede ist, die zu einer erneuten Aufmerksamkeit Gottes führt.
Hinweis zu Zitaten aus den Gelehrten: In dieser Passage zitieren Henry, Barnes und Clarke in verwandter Tonlage, wenn sie über die Authentizität der Klage, die Notwendigkeit, sich ehrlich zu Gott zu wenden, und die Einordnung des Leidens als Teil des göttlichen Plans sprechen. Wörtliche kurze Formeln können im Kontext dieser Passage erwähnt werden, ohne den Text vollständig zu übernehmen.
Schlussgedanke: Klage in Notzeiten wird nicht zur Resignation; sie ist ein Gottesgespräch unter dem Druck der Ereignisse, das letztlich um Gottes Eingreifen bittet und dabei das Herz vor ihm offenbart.