Old Testament
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Matthäus 20:9 (Luther1912)
Da kamen, die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen.
Im unmittelbaren Zusammenhang
In der Parabel vom Weinbergarbeiter erwartet der letzte Lohn dieselbe Groschenzahlung wie die, die früh gearbeitet haben. Die sich Einlassenden um die elfte Stunde wollten nicht etwas verdienen, sondern wurden überraschen von der Großzügigkeit des Arbeitgebers. Das Verselement betont den Moment der Lohnvergabe am Ende des Tages und die unerwartete Freigiebigkeit, die nicht nach der gezählten Arbeitszeit bemessen wird.
Was der Text über Gott und den Glauben offenbart
Der Vers zeigt eine Seite Gottes: Er ist gerecht in seinen Maßstäben, doch seine Gnade geht oft über menschliche Erwartungen hinaus. Die Arbeitgeberfigur steht exemplarisch für Gottes Barmherzigkeit: Wer zuletzt kommt, kann dennoch Begnadigung und Freude erfahren. Die Parabel unterstreicht, dass Gottes Gnade nicht nach Maßstäben eigener Leistung bemessen wird, sondern nach seiner freien Zusage.
Wichtige Begriffe und Bilder
- Groschen: Zeichen einer einfachen, gleichmäßigen Lohnzahlung, symbolisiert Gottes gerechte, aber großzügige Gnade.
- Elfte Stunde: Kurz vor Schluss des Tages; verweist auf die plötzliche Gnade, die Menschen unerwartet trifft.
Verwandte Passagen (Bezüge)
- Lukas 15,11–32 (Gleichnis vom verlorenen Sohn): Erläutert Gottes bereitwillige Gnade gegenüber verlorenen Menschen, unabhängig von eigener Leistungsanstrengung.
- Römer 9,15–16: Betonung, dass Gottes Gnadenwahl nicht auf menschliches Wollen oder Tun gründet, sondern auf seinen Barmherzigkeiten.
- Jesaja 55,6–8: Gottes Barmherzigkeit ist größer als menschliche Konzepte von Gerechtigkeit; er lädt jeden ein, der ihn sucht.
Kommentar-Quellen und zentrale Einsichten
Diese Passage wird oft durch die frühneuzeitlichen Kommentatoren so gelesen, dass sie Gottes Güte unabhängig von der menschlichen Leistung betont. Matthew Henry betont, dass Gott frei und souverän bleibt, und dass die Freude der letzten kommt, wenn sie durch Gottes Gnade gerechtfertigt ist. Albert Barnes hebt hervor, dass die Bezahlung als Zeichen der Gnade fungiert, nicht als Lohn der Arbeitsmenge. Adam Clarke deutet darauf hin, dass die Szene zeigt, dass Gottes Wille, Gnade zu schenken, über menschliche Erwartungen hinausgeht, und dass die Empfänger nicht gegen die Großzügigkeit klagen, sondern sich darüber freuen sollten.
Zusammenfassung und heutige Anwendung
Der Vers lädt ein, Gottes Gnade als unverdiente Gabe zu empfangen. Er erinnert daran, dass Gottes Barmherzigkeit nicht an jeder menschlichen Messlatte gemessen wird; vielmehr schenkt er Rettung und Freude denen, die ihn suchen, selbst wenn sie später im Lebenslauf dazukommen. Für den heutigen Christen bedeutet dies, sich von selbstgefälligem Stolz zu lösen und dankbar zu sein für Gottes freigebige Gnade, die das letzte Wort hat.
Cross-References: Gottes Gnade (Römer 11,5–6); Einladung Gottes (Epheser 2,8–9); Vertrauen auf Gott statt auf menschliche Leistung (Hebräer 4,16).