Old Testament
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Wunsch nach Glück Jerusalems (Psalm 122:6, LUTH1912)
Kernaussage: Die Forderung ist eine gesegnete Gemeinschaftsbitte für Jerusalem: Mögen jene Glück haben, die dich lieben.
Historischer Hintergrund: Psalm 122 gehört zu den Psalmen der Supplik, in denen der Beter sich innig mit der Stadt Jerusalem verbunden fühlt. Der Vers richtet sich an die Gläubigen, die die Stadt lieben – vermutlich Gläubige aus dem Gotteskontext Israels, die die Ruhe und Ordnung der heiligen Stätte schätzen. Die Bitte ist nicht privat egoistisch, sondern vom Wohl der Gemeinschaft getragen: Wer Jerusalem liebt, dem soll es gut gehen. Dies spiegelt die enge Verbindung zwischen Gottes Tempelwesen, dem Volk und dem Land wider.
Wesentliche Auslegungspunkte:
Beachtenswerte Interpretationen aus älteren Kommentartraditionen: Matthew Henry betont, dass das Wohl Jerusalems mit dem Wohl der Gemeinde verknüpft ist. Die Liebe zur Stadt ist Ausdruck der Hingabe an Gottes Ort und Ordnung (Henry überlieferte Gedanken zu Psalm 122, ohne direkte Zitatpassagen).
Albert Barnes verweist auf die Gemeinschaft der Gläubigen, die sich beim Gottesdienst versammeln; ihr Wohlstand ist ein Zeichen göttlicher Gunst.
Adam Clarke hebt hervor, dass die Friede und Sicherheit der Stadt auch die Ruhe der Herzen der Einwohner bedeutet, die ihren Blick auf Gott richten.
Thematische Orientierung: - Liebe zur Gemeinde/Gottesstätte - Gebet für Frieden und Segen - Gemeinschaftstreue als Lebenshaltung
Verknüpfte Verse und kurze Erklärungen: - Psalm 122:7–8: Ruhe und Frieden der Stadt brechen sich in Frieden der Bürger von Israel. Das Gebet wird zur Bitte um beständige Güte. - Psalm 125:5: Wer hören will, dass dieer nun Liebe zur Stadt zeigt, soll sich auch auf den Pfad der Gerechtigkeit begeben; Gottes Segen bleibt bei den Gerechten. - Psalm 132:13–14: Die Tiefe der göttlichen Gegenwart in Jerusalem wird erneut bestätigt; dort wohnt Gott als Schutz und Quelle des Wohls. (Hinweis: Hier werden Verbindungen im Sinn der Gemeinschaft und des Gottesdienstes deutlich, ohne die Texte wörtlich zu zitieren.)
Praktische Bedeutung: - Auch heute: Die Glaubensgemeinschaft wird zum Ort des gegenseitigen Segens. Wer in der Gemeinde Liebe und Treue zeigt, erlebt Gottes Wohlwollen in der Gemeinschaft. - Fördere das Gemeinwohl: Gebet füreinander, Unterstützung der Gemeinde, und Sorge um die Versammlung Gottes sind passende Ausdrucksformen dieser Haltung.
Zusammenfassung: Der Vers ruft dazu auf, Jerusalem, die heilige Stätte des Gottesdienstes, liebevoll zu bejahen und im Blick auf deren Wohl seinen Segen zu wünschen. Diese Haltung verbindet Ehrfurcht vor Gott, Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und Vertrauen auf Gottes gnädiges Wohlwollen.