Old Testament
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Hymn des Lobes: Psalm 22:23 (LUTH1912)
Herausgehoben wird die zentrale Aufforderung: den HERRN zu rühmen, allen, die ihn fürchten; ihn zu ehren, dem gesamten Stamm Jakobs; und dem gesamten Stamm Israels Angst vor ihm zu bezeugen. In dieser kurzen Zeile manifestiert sich die Freimachung aus Not in lobender Anbetung: Gottes Gegenwart wird durch Anbetung bestätigt und durch Furcht vor Gott veredelt.
Literarischer Kontext
Psalm 22 bewegt sich von einem Schreianfall zu einer Hingabe des Lobes. Der Vers 23 steht am Übergang von der Bitte um Rettung zur Feier der Treue Gottes. Die Anrede richtet sich an jene, die Gottes Fürsorge erlebt haben: „die ihr ihn fürchtet“ – eine formale Wendung, die die ehrerbietige Haltung betont. Jakobs Stamm repräsentiert das erlöste Volk, Israels Stamm schließt die universale Anrede ein, die Gottes Bund treu anerkennt. Die doppelte Bezeichnung verweist auf eine gemeinschaftliche Gläubigkeit, die sich durch Furcht und Verehrung auszeichnet.
Theologische Bedeutung
Der Vers verbindet Frucht des Heils mit der Pflicht des Lobes. Gottes Rettung ist nicht bloße Privatreligion, sondern öffentlicher Lobpreis, der die Gemeinschaft stärken soll. Die Formulierung „Rühmet … und ehre ihn“ identifiziert Lobpreis als ethische Pflicht: Wer Gottes Wirken kennt, hat ihn zu preisen. Die Furcht des HERRN, Grundhaltung des Gläubigen, wird hier als Tor zum Anbeten gesehen: echte Ehrfurcht fließt in uneingeschränktes Anbetungsleben über.
Bezüge im Ganzen der Schrift
Fragen zur persönlichen Besinnung
Zusammenfassende Auslegung
Psalm 22:23 fasst den Übergang von Dringlichkeit zu Dank zusammen: Wer Gottes rettendes Handeln erlebt, ist aufgerufen, ihn öffentlich zu loben und zu ehren. Die Furcht des HERRN wird nicht verkannt, sondern als lebendige Grundlage einer verbindlichen Anbetung gesehen—eine Ethik der Gottesfurcht, die die Gemeinschaft und den Bund stärkt.
Cross-references (Kürzeinträge)
Bezugspunkte helfen, das Verständnis zu vertiefen, ohne den Vers zu überstrapazieren:
Hinweise auf frühere Auslegungen (einschließlich einzelner Formulierungen): In den Kommentaren von Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke wird betont, dass lobpreisende Gemeinschaft eine beständige Folge der göttlichen Rettung ist und dass Gottesfurcht zu ehrerbietiger Verehrung führt. Dabei wird häufig hervorgehoben, dass das Volk Gottes durch seine Rettung zum Lob verpflichtet wird. (Konkrete wörtliche Kurzzitate aus Henry, Barnes oder Clarke sind hier nur im Rahmen direkter Zitatverarbeitung aufgeführt; wesentliche Passagen wurden in Gesamtausgabe sinngemäß zusammengefasst.)
Schlussfolgerung: Wer Gottes Eingreifen erlebt, wird zu einem lebenslangen Lobpreis, der die Gemeinde verbindet und Gottes Heiligkeit in einer fassbaren Gemeinschaft bezeugt.