Old Testament
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Psalm 71, Vers 23 — LUTH1912
In dieser Jubelstrophe schließt der Beter seinen Gang im Alter mit Dankbarkeit ab. Nachdem Gott ihn durch Güte und Rettung getragen hat, kehren seine Lippen und seine Seele zu Gott in freudigem Lob zurück. Die Formulierung betont, dass beides – der sprachliche Ausdruck (Lippen) und das innere Seelenleben – Teil der Erlösung sind, die Gott ihm gewährt hat. Es ist eine personalisierte Betätigung des Lobes: Blickt man zurück, so erkennt der Beter, dass Gottes rettende Hand nicht nur ihn gerettet, sondern auch sein Herz fröhlich gemacht hat.
Zentrale Bedeutung
Der Vers verbindet Rettung mit Freude. Gottes Eingreifen in der Vergangenheit schenkt heute Jubel und Loblied, das aus tiefer Dankbarkeit entspringt. Die Verbindung von Lippenausdruck und Seele unterstreicht, dass Lob und Dank nicht nur äußere Rituale, sondern eine innere Reaktion eines wiederhergestellten Herzens sind. Die LUTH1912-Übersetzung bleibt dabei klar: Die Lippen und die Seele, die du erlöst hast, sind fröhlich und loben dich.
Zwei bis drei zentrale Themen
Verwandte Abschnitte (Cross-References)
• Psalm 22,3–4: Gott wird oft als der Erwartete in Zeiten der Not geweckt, doch hier wie dort führt das Erbarmen zu neuem Lob. Beziehungshinweis: Lob kommt aus Vertrauen, nicht aus bloßer Dankbarkeit für eine einmalige Rettung.
• Psalm 34,2: Wer den HERRN preist, stärkt sein Herz; der innere Lobpreis wirkt sich auf die ganze Lebenshaltung aus.
• Jesaja 38,20: Gott rettet; darum singt man und erzählt von Heilungen und Rettungen.
Praktische Auslegung
Für den Gläubigen heute bedeutet dieser Vers, dass Lob nicht von wechselnden Umständen abhängt. Wenn sich Situationen stabilisieren oder alt geworden ist, bleibt die Erinnerung an Gottes Rettung der Anker für Freude. Praktisch kann dies bedeuten: täglich innehalten, Gottes Hilfe danken, seine Treue neu anerkennen und sowohl in stiller als auch in gemeinsamer Anbetung zu ihm sprechen.
Abschlusszusammenfassung
Psalm 71,23 erinnert daran, dass Erlösung zu einem ganzheitlichen Jubel führt: Lippen und Seele antworten Gott mit Freude und Lob. Der Beter zeugt von einer Lebenshaltung, die Gottes rettende Güte als Triebkraft des Lobes erkennt – heute wie damals eine Quelle des Trostes und der Ermutigung für alle Gläubigen.
Beachtete Anmerkung: Der folgende Gedanke greift auf klassische Auslegung zurück, ohne eigene Lehrmeinung zu überformen. Henry, Barnes und Clarke betonen, dass Gottes Rettung nicht bloß historisch war, sondern eine gegenwärtige Quelle des Lobes darstellt, die das ganze Wesen umfasst.