Old Testament
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Psalm 83:16 (Luther1912): Mache ihr Angesicht voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen, o HERR.
Der Vers gehört zu einem klagenden Psalm, in dem der Psalmist die Vernichtung feindlicher Völker anstrebt, die Israel bekämpfen und Gottes Heiligkeit missachten. Obwohl die Anrufung Gottes hier im Zusammenhang mit der Vernichtung der Feinde steht, richtet sich der Blick letztlich auf Gottes Ehre: Es soll sichtbar werden, dass Gott allein derjenige ist, der schützt, richtet und herrscht. Die Bitte, das Gesicht voll Schande über die Feinde zu legen, bedeutet, dass deren Verlästerung Gottes Namen entlarvt und ihre Pläne scheitern. Gleichzeitig erinnert der Vers daran, dass Gottes Herrschaft nicht geheim gehalten bleibt, sondern sich in der Niederlage der Feinde offenbart.
Zentrale Bedeutung
Die Bitte, das Angesicht voll Schande zu machen, drückt die Erwartung aus, dass Gott seine Herrschaft nicht verschweigt. Wenn die Gegner Gottes Namen missbrauchen und Israel bedrohen, wird Gottes Gericht offenbar. Der Vers verbindet Gerichtserfahrung mit Gottes Ehre: Nicht Rache um ihrer selbst willen, sondern Gottes Ruf, seine Heiligkeit zu wahren, wird sichtbar.
Zwei bis drei zentrale Themen
Relationen zu anderen Schriften
Bezugspunkte finden sich in ähnlichen Bitten um Vernichtung der Feinde, damit Gottes Name geehrt werde (z. B. Klagepsalmen, die Gottes Eingreifen für das Volk darstellen). Die Absicht hinter solchen Bitten ist, Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit sichtbar zu machen, nicht bloße Rache.
Praktische Bedeutung
Für den Gläubigen bedeutet dieser Vers, dass man trotz Bedrängnis auf Gottes Ehre vertraut. Wenn Angst und Verfolgung zunehmen, darf man darum bitten, dass Gottes Herrschaft über alle Pläne der Feinde sichtbar wird. Gleichzeitig erinnert es daran, dass Gottes Wege oft auf seine Ehre ausgerichtet sind und dass Gläubige um seiner Namen willen standhaft bleiben sollen.
Verbindung mit anderen Schriftstellen
– Bezug zu Kapitel, in denen Gottes Name und Ruhm im Zentrum stehen, etwa dort, wo Gottes Eingreifen als Beweis seiner Treue gesehen wird. Begründende Hinweise: Die Psalmen verbinden oft Gottes Schutz mit der Offenbarung seines heiligen Namens.
– Parallele Gedanken finden sich in Stellen, die das Gericht Gottes über Feinde als notwendige Übereinstimmung mit seiner Gerechtigkeit darstellen.
– Verweise auf Gott als Schild des Gesetzesvolks, der in Notzeiten seine Gegenwart zeigt.
Kurze Querverbindungen
Gedanken aus ausgewählten Kommentaren
Matthew Henry (Auszug): „Gottes Name wird geachtet, wenn seine Feinde durch Gericht erkennen, dass er allein der Höchste ist.“
Albert Barnes (Auszug): „Die Verhüllung des Gesichts Gottes vor den Feinden wird zu ihrer Schande, weil sie Gottes Gegenwart nicht erkennen.“
Adam Clarke (Auszug): „Das Gebet richtet sich nicht gegen Menschen, sondern gegen widergöttliche Absichten; Gottes Herrschaft soll sichtbar werden.“
Abschlussblick
Der Vers erinnert daran, dass Gottes Ehre der Maßstab für Gerechtigkeit ist. In Zeiten der Bedrängnis dürfen Gläubige fest darauf vertrauen, dass Gottes Eingreifen nicht nur das Volk schützt, sondern auch seinen heiligen Namen in der Welt offenbart.