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Römer 1,6 (LUTH1912) – „unter welchen ihr auch seid, die da berufen sind von Jesu Christo“
Im Römerbrief begegnet Paulus zunächst dem großen Thema der Rechtfertigung aus Glauben und der göttlichen Berufung. Vers 6 hebt die konkrete Zugehörigkeit der Gläubigen an, die zu Jesu Christus berufen sind. Er schließt sich an die Darstellung der universellen Sünde und der Verdammnis an und führt dann in die Botschaft der Gnade, die Gott denjenigen zuteilwerden lässt, die durch Christus berufen sind. Die Wendung macht deutlich, dass die Gläubigen nicht zufällige Anhänger, sondern von Gott selbst berufen und in eine Gemeinschaft mit Christus hinein genommen sind.
Zentrale Bedeutung
Der Vers betont zwei Grundlagen: Erstens die göttliche Berufung, zweitens die Zugehörigkeit zu Christus. Die Berufung ist kein menschliches Kunststück, sondern Gottes Handeln, durch das Menschen in eine neue Identität und in eine lebendige Beziehung zu Jesus versetzt werden. Wer berufen ist, gehört zu Christus, unabhängig von Herkunft, Status oder bisherigen Wegen. Diese Zugehörigkeit bildet die Klammer, die den folgenden Abschnitt über das Evangelium schützt und trägt: Gott handelt zuerst, der Glaube antwortet.
Zwei bis drei zentrale Themen
Gelehrte Blickwinkel (traditionell, kompakt zusammengefasst)
Nach klassischer Auslegung betonen Henry, Barnes und Clarke die göttliche Initiative in der Berufung und die sichere Zuordnung der Gläubigen zu Christus. Henry hebt oft die praktische Wirkung der Berufung auf den Wandel des Lebens hervor; Barnes betont die Rechtsstellung des Gläubigen vor Gott durch die Zugehörigkeit zu Christus; Clarke verweist auf die Kontinuität der Berufung im ganzen Lebenslauf der Gläubigen. Die Aussagen dieser Kommentatoren ergänzen sich in der Einschätzung, dass Berufung hier nicht bloß innerer Gedanke ist, sondern eine reale, kirchliche und lebenspraktische Zugehörigkeit.
Verwandte Stellen
1) Römer 8,28–30: Gott wirkt zum Guten für die Berufenen; Berufung geht Hand in Hand mit Vorherbestimmung und Verherrlichung. Bezugspunkt: Die Berufung formt die Zukunft.
2) 1. Korinther 1,26–30: Gott wählt die Schwachen, um seine Macht zu zeigen; Berufene sind durch Christus gerecht gemacht. Bezugspunkt: Berufung relativiert menschliche Größe.
3) Epheser 1,4–5: Vor der Welt beruft Gott uns in Christus, zur Heiligung und zur Annahme als seine Söhne durch Jesus Christus. Bezugspunkt: Ursprung der Berufung liegt in Gottes Plan.
Praktische Reflexion
Die Feststellung, dass Gläubige „berufen sind von Jesu Christo“, ermutigt zur Dankbarkeit und Verantwortlichkeit. Dankbar für Gottes Initiativ-Berufung, sollten Christen in ihrer täglichen Lebensführung darauf achten, die Zugehörigkeit zu Christus sichtbar zu machen: in Treue, Geduld im Glauben und Offenheit gegenüber dem Evangelium in Wort und Tat.
Kurzfassung
Römer 1,6 erinnert daran, dass die Gläubigen durch Gottes souveräne Berufung zu Christus gehören. Diese Zugehörigkeit begründet eine neue Identität und eine vorwärtstreibende Berufung im Leben des Christen.
Historische Hinweise: Die Worte der klassischen Kommentatoren betonen in Kürze: die Berufung ist Gottes Handeln, das Gläubige zu einer neuen Gemeinschaft mit Christus ruft; diese Zugehörigkeit bestimmt die Identität und den Lebensweg der Gläubigen.