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2. Korinther 5:9 (LUTH1912) – Im Streben nach Gefallen Gottes
„Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohl gefallen.“
Beobachtung des unmittelbaren Zusammenhangs
Im Kontext von 2 Korinther 5 wird Paulus’ transzendentales Ziel deutlich: ein tugendhaftes Leben vor Gott, während wir auf die ewige Heimat zusteuern. Der Vers folgt einer Darstellung der irdischen Zerbrechlichkeit gegenüber der wunderbaren Gewissheit der Versöhnung in Christus. Die Gläubigen streben danach, in jeder Situation Gott zu gefallen, sei es in dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes oder im Wandel der Welt. Die Doppelbedeutung von „daheim“ (alsfinale Heimat im Himmel) und „wallend“ (im Gedränge des bisherigen Lebens) kennzeichnet eine Lebenshaltung der Sehnsucht nach dem Herrn.
Was der Text über Gott und den Glauben offenbart
Gott wird hierbei als das Ziel und die Maßgabe unseres Lebens sichtbar. Der Glaube an Jesus Christus schafft die Motivation, sich täglich neu in Gottes Willen zu lehren. Die Gläubigen sind zwar auf Erden, doch ihr Denken, Handeln und Hervorbringen sollen Gottes Wohl gefallen. Dieser Vers betont die Orientierung des Lebens nicht an menschlicher Anerkennung, sondern an der Zustimmung Gottes. Er erinnert daran, dass die Eigentümlichkeit des Christenwesens eine ausgeprägte Gottesfurcht und eine treue Hingabe an den Willen Christi ist.
Wichtige Begriffe und Bildsprache
„Darum fleißigen wir uns auch“: Betont beharrliches Streben, eine entschiedene Hingabe, die sich in rechter Lebensführung ausdrückt.
„wir sind daheim oder wallen“: bildhaft von einer Heimkehr bzw. von Reisetätigkeit bei der Suche nach dem Ziel, das Gott bestimmt hat; die Zugehörigkeit zum Himmel motiviert das heutige Tun.
„daß wir ihm wohl gefallen“: das endgültige Maßstab-Kriterium des Handelns ist Gottes Wohlgefallen, nicht menschliche Leistung oder äußere Erfolge.
Verwandte Bibelstellen (Cross-References)
Gebrauch im Alltag – heutige Anwendung
Dieses Versdenken fordert eine Praxis des täglichen Verlangens, Gott zu gefallen: in der Ruhe des Gebetes, in der Ehrlichkeit vor Gott, in der Treue gegenüber Mitmenschen, in der Unterscheidung zwischen nötig und überflüssig, und in dem beständigen Ausrichten von Beruf, Familie und Gemeinschaft nach Gottes Willen. Die Gewissheit einer himmlischen Heimat soll den Trägern Zuversicht geben, auch schwierige Wege mit Geduld und Güte zu gehen.
Zusammenfassung: Der Vers ruft dazu auf, beharrlich danach zu streben, Gott zu gefallen, während wir als Pilger durch diese Welt gehen. Unsere Zuversicht ist die Gegenwart Christi und die verheißene Heimat, die uns motiviert, im Alltag dem Herrn zu dienen, statt eigene Ehre zu suchen.
Historische Stimmen (aus klassischer Kommentarliteratur): - Matthew Henry betont, dass das „Fleizigsein“ eine beständige, fromme Lebensführung in allen Umständen bedeutet, nicht bloß äußere Frömmigkeit. - Albert Barnes hebt hervor, dass der Maßstab Gottes Wohlgefallen ist, nicht menschliche Meinungen. - Adam Clarke unterstreicht die Balance zwischen dem Wesen der irdischen Reiseroute und der himmlischen Bestimmung unserer Existenz.