Old Testament
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Exodus 20,14 – „Du sollst nicht ehebrechen“ (LUTH1912)
Umgebung des Gesetzes: Diese kurze, klare Verordnung folgt unmittelbar auf die Einordnung der Zehn Gebote als göttliche Ordnung für das Zusammenleben des Volkes Israel. Sie gehört zu den moralischen Grundsätzen, die das Verhältnis des Menschen zu Gott und zu den Mitmenschen ordnen. Die Formulierung mahnt eindeutig zur Treue im ehelichen Bund.
Was der Text offenbart
Das Gebot richtet den Blick auf die Treue in der Ehe als wesentlichen Bestandteil des Gottesdienstes und des sozialen Lebens. Es schützt das heilige Band der Ehe vor Verletzungen, die Gemeinschaft, Vertrauen und Identität untergraben. Gott setzt wichtige Standards für das menschliche Zusammenleben und erinnert daran, dass eheliche Treue eine Frage der Treue zu Gott selbst ist. Die knappe Formulierung vermittelt Schlichtheit und Autorität: Es geht um eine Ausschließlichkeit der Bindung zwischen Mann und Frau.
Wichtige Worte und Bilder
„Ehebrechen“ bezeichnet den Bruch des ehelichen Bundes, der Hebung von Treue anstelle von Treulosigkeit. Die Apostel und Propheten knüpften diese Treue nicht nur an persönliche Ethik, sondern an die Heiligkeit Gottes. Die Verheißung der Absonderung vor Untreue steht im Kontrast zu den heidnischen Praktiken und fordert ein gemeinsames Leben, das vor Gott Bestand hat.
Interpretationshilfe aus älteren Kommentaren
Matthew Henry betont, dass dieses Gebot die Reinheit des Herzens schützt und die eheliche Treue als Grundlage der Familie stärkt. Gott verwehrt Berühmtheit der Sünden, die Familienbanden zerstören würden.
Albert Barnes hebt hervor, dass das Gebot nicht bloß Handlungen, sondern auch Gedanken bewertet, indem es Besitz und Ehre der Ehe festigt. Treue wird als Schutz für alle Familienmitglieder gesehen.
Adam Clarke weist darauf hin, dass die Formulierung in ihrer Einfachheit eine Pflicht gegenüber Gott ausdrückt: Wer Gott ehrt, bewahrt seinen Bund; wer Gott missachtet, missachtet auch die Ordnung in der Familie.
Verwandte Stellen
Gegenwartsbezug und Anwendung
Für Christen heute bedeutet dieses Gebot nicht bloße Vermeidung äußerer Sünden, sondern eine Bewahrung der Treue als Ausdruck einer beständigen Hingabe an Gott. In einer Gesellschaft mit vielfältigen Beziehungsformen fordert es Klarheit und Selbstbeherrschung, damit Beziehungen stabil bleiben und Kinder in einer verlässlichen Umgebung wachsen können. Die Treue stärkt Vertrauen, fördert Verantwortung in Partnerschaft und Familie und erinnert daran, dass Gott die Ordnung der Beziehungen liebt und schützen will.
Zusammenfassend: Die Ein-Wort-Anweisung „Du sollst nicht ehebrechen“ ruft zu einer treuen, ehrlichen und heiligen Alltagsführung auf – im Blick auf Gott, auf den Ehepartner und auf die Familie.