Old Testament
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Jeremia 25,2 – Im unmittelbaren Setting und Bedeutung
Das Versfragment gehört zum Propheten Jeremia, der dem Volk Juda und den Bürgern Jerusalems Worte Gottes überbrachte. Jeremia redet zu einer Zeit tiefer geistiger und politischer Umbruchlage: Die Nation steht unter dem Urteil Gottes, während sich Abwendung von Gott und wiederholte Untreue fortsetzt. Das hier genannte „jeweilige Volk Juda und alle Bürger zu Jerusalem“ unterstreicht die kollektive Verantwortung der ganzen Nation, nicht nur einzelner Provinzen. Jeremia verkündet Gottes Botschaft öffentlich, damit das Volk sich bekehre und die Folgen des Ungehorsams erkenne.
Was der Text über Gott oder den Glauben offenbart
Der Ausspruch zeigt Gottes Heils- und Gerichtsnatur zugleich: Er warnt, richtet, aber ruft zugleich zur Umkehr auf. Gottes Wort trifft alle Ebenen der Gesellschaft – Herrscher, Priester, Prophetendeutung und einfache Leute. Die Botschaft kommt aus der göttlichen Perspektive: Strafe ist nicht willkürlich, sondern Folge eines Weges, den das Volk gewählt hat. Gleichzeitig ist Gottes Geduld sichtbar, da Jeremia viele Jahre hindurch spricht, ohne dass das Volk sofort umkehrt; doch Gottes Geduld hat Grenzen.
Wichtige Begriffe und Bilder
Jeremia – Gottes Botschafter, der die Wahrheit Gottes trotz Widerstands verkündet. Juda – das jüdäische Königreich, das sich von Juda bis Jerusalem als Zentrum der Anbetung in Gottes Bund berufen sah. Prophet – Sprachrohr Gottes, das göttliche Maßstab und Warnung zugleich überbringt.
Verwandte Passagen
Relevant sind Passagen, die Gottes Geduld und das Gericht thematisieren, z. B. Jeremia 18 ( vom Topf und Ton) als Bild göttlicher Hand, Jeremia 7 und 26 (Provokation gegen den Tempel und die Wendung des Volkes) sowie Jesaja- und Hosea-Botschaften über Untreue und Umkehr. Diese Verknüpfungen zeigen, dass Jeremia im größeren Spannungsfeld von Bundestreue, Warnung und Barmherzigkeit Gottes steht.
Gelehrte Einsichten – kurze Querverweise
Glaube heute – praktische Anwendung
Für uns bedeutet Jeremia 25:2, die ernste Frage zu stellen: Wie steht es um unsere Treue gegenüber Gott als Gemeinschaft und als Einzelne? Gottes Wort richtet, aber es ruft auch zur Umkehr. In der heutigen Zeit heißt das: Glaube praktizieren – in öffentlichen Entscheidungen, im Umgang miteinander, im ethischen Handeln – und sich bewusst an Gottes Maßstab messen lassen. Wenn wir Gottes Wort ernst nehmen, erfahren wir in seiner Führung Halt und Orientierung, auch wenn kulturelle oder politische Strömungen uns fordern.
Historische Anmerkung: Die hier erwähnte LUTH1912-Übersetzung bestätigt die älteren Sprachrhythmen und betont die Verbundenheit von Volk und Stadt in der Botschaft Jeremias.
Quellen für vertiefte Auslegung: Matthew Henry, Albert Barnes, Adam Clarke – zusammengefügte Erkenntnisse betonen, dass Gottes Wort sowohl Warnung als auch Barmherzigkeit enthält; keine wörtliche Zitatlänge aus ihnen wird hier wiedergegeben, jedoch werden deren Einsichten in die Gesamtauslegung eingeflossen. Folgende knappe Zitate aus diesen Kommentatoren sind zu beachten: Henry hebt die Verantwortung des ganzen Volkes hervor; Barnes betont die Gnade Gottes trotz Gericht; Clarke verweist auf die Geduld Gottes, die sich in Jeremia zeigt.