Old Testament
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Jeremia 32,18 im LUTH1912 – unmittelbarer Kontext
Jeremia 32 schildert einen Moment der persönlichen Bitte des Propheten Jeremia während einer Zeit großer Unsicherheit. Inmitten der belagerten Stadt Jerusalem bittet Jeremia um Gottes Eingreifen und Treue gegenüber dem Bund. Der Vers Jeremia 32,18 ist Teil eines Bekenntnisses über Gottes Charakter und seine treue Vergeltung: Gott ist derjenige, der wohltut vielen Tausenden und die Missetat der Väter in den Busen ihrer Kinder vergilt. Hier wird die Majestät Gottes im Hebraismus des Titels „HERR Zebaoth“ betont, der göttliche Machtfamilie und Allgegenwart ausdrückt. Die Passage erinnert daran, dass Gottes Gerechtigkeit nicht lasch, sondern zielgerichtet wirkt, und dass seine Großzügigkeit und seine Richtersprüche zusammengehören.
Was der Text über Gott und das Gedächtnis des Bundes offenbart
Der Vers präsentiert zwei Seiten von Gottes Wesen: Großzügigkeit (Wohltun) gegenüber vielen, die seine Güte erfahren, und zugleich strenge, generationsübergreifende Vergeltung gegen Missetat. Der Ausdruck „HERR Zebaoth“ betont, dass Gott der souveräne Herrscher über Himmel und Erde ist, der in kämpferischer, zugleich barmherziger Weise handelt. Die Formulierung „vergilt die Missetat der Väter in den Busen ihrer Kinder nach ihnen“ verweist darauf, dass Gottes Maßstab nicht isoliert die handelnden Personen betrachtet, sondern die Auswirkungen von Sünde oft generationenübergreifend spürbar sind. Dennoch bleibt die Aussage, dass Gottes Güte größeren Umfang hat als menschliche Schuld – er belohnt die Treue und bewahrt seine Verheißungen.
Wichtige Wörter und Bilder erklärt
Verwandte biblische Bezüge
Cross-referenzen zeigen ähnliche Motive von Gottes Güte trotz Gericht und von generationenübergreifender Verantwortung:
Diese Querverweise helfen zu sehen, wie Gottes Charakter in biblischer Perspektive konstant bleibt: Er ist zuverlässig gut gegen die Gläubigen, doch er bleibt Richter, der die Wirkungen von Ungerechtigkeit spürbar macht.
Anwendung für heute
Der Vers erinnert daran, dass Gottes Güte das Fundament der Bibel ist – er versorgt, stärkt und behütet sein Volk. Zugleich warnt er vor der ernsthaften Tragweite von Sünde und ihren Folgen, auch wenn Gottes Geduld lang ist. Im Alltag bedeutet dies: - Vertrauen in Gottes Treue, auch wenn Umstände bedrohlich erscheinen. - Bereitschaft, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen und keine Schuld auf kommende Generationen abzuwälzen. - Dank und Lobpreis für Gottes großzügige Güte gegenüber vielen, die seine Barmherzigkeit erfahren.
Zusammenfassung: Jeremia 32,18 stellt den Kern eines biblischen Gottesbildes dar: ein großer, starker Gott, der in souveräner Weise Güte schenkt und zugleich Gerechtigkeit ausübt. Er bleibt der Herrscher über alle Wege und Verheißungen, dessen Bund treu bleibt, auch in Zeiten des Zweifels.
Kurze Quellentexte aus den Kommentatoren (Auszüge)
Matthew Henry (Wortlaut in Anlehnung): "Gott ist groß in Güte, langsam zum Zorn, reich an Barmherzigkeit; er kennt die Schwäche seiner Kinder und misst gerecht Gewerbliche aus." Hinweis: Nur kurzes Zitat zur Orientierung.
Albert Barnes (Zusammenfassung): Die Passage betont Gottes überragende Gnade gegenüber vielen und zugleich die ernste Forderung nach Verantwortung gegenüber der eigenen Sünde.
Adam Clarke (Zusammenfassung): Die Formulierung hebt hervor, dass Gottes Bund treu bleibt, und dass Warnung vor Vergeltung nie die Güte Gottes aus dem Blick verliert.
Hinweis zu Zitaten: Die wörtlichen, kurzen Textpassagen aus Henry, Barnes und Clarke wurden nur als Referenz verwendet, um den Ton der klassischen Auslegung abzubilden; vollständige Originaltexte bleiben urheberrechtlich geschützt, aber die zusammenfassenden Aussagen spiegeln deren Gehalt wider.