Old Testament
Genesis Exodus Levitikus Numeri Deuteronomium Josua Richter Rut 1 Samuel 2 Samuel 1 Könige 2 Könige 1 Chronik 2 Chronik Esra Nehemia Ester Hiob Psalm Sprüche Prediger Hohelied Jesaja Jeremia Klagelieder Hesekiel Daniel Hosea Joel Amos Obadja Jona Micha Nahum Habakuk Zephanja Haggai Sacharja MaleachiVerse
Johannes 17:1 Johannes 17:2 Johannes 17:3 Johannes 17:4 Johannes 17:5 Johannes 17:6 Johannes 17:7 Johannes 17:8 Johannes 17:9 Johannes 17:10 Johannes 17:11 Johannes 17:12 Johannes 17:13 Johannes 17:14 Johannes 17:15 Johannes 17:16 Johannes 17:17 Johannes 17:18 Johannes 17:19 Johannes 17:20 Johannes 17:21 Johannes 17:22 Johannes 17:23 Johannes 17:24 Johannes 17:25 Johannes 17:26



Johannes 17,15 (LUTH1912): Überblick und Sinn der Bitte Jesu
In diesem Vers legt Jesus offen, wie er seine Jünger in einer noch unsicheren, feindlichen Welt sieht. Er bittet den Vater nicht, seine Nachfolger aus der Welt zu nehmen, sondern sie vor dem Übel zu bewahren. Damit wird deutlich, dass das christliche Leben in einer widersprüchlichen Wirklichkeit stattfindet: Wir leben in der Welt, aber wir haben kein Teilhabeverhältnis an ihren Übeln und Gefährdungen. Der Fokus liegt weniger auf Absonderung als auf göttlicher Bewahrung und Führsorge.
Der Vers in seinem Kapitel
Im Verlauf des hohen Priestergebets spricht Jesus zu dem Vater mit Blick auf die Jünger, die ihm während seines Weges gefolgt sind. Er will ihre Aufgabe nicht schmälern, sondern ihre Treue in einer Welt, die Gottes Sache entgegensteht, sichern. Die Bitte richtet sich darauf, nicht von der Welt entfernt zu werden, sondern vor dem Übel, das in der Welt wohnt, bewahrt zu bleiben. So begegnet uns eine realistische Sicht: Christen leben mitten zwischen Versuchungen, Verfolgung und Irrtum, brauchen jedoch göttliche Bewahrung und Richtung.
Zentrales geistliches Lehrstück
Vergleich mit verwandten Schriftstellen
– Johannes 15,19-20: Die Jünger sind in der Welt, doch nicht von der Welt; der Konflikt mit der Welt ist Teil ihrer Berufung. Beziehung zu diesem Vers: Die Fortsetzung der Bitte um Bewahrung ergänzt den Hinweis auf die Weltungerechtigkeit, der sie ausgesetzt sind.
– Judas 1,24-25: Gott ist fähig, sie ohne Stolpern zu bewahren und festzuhalten, sodass sie vor der Gegenwart stehen, ohne Schuld.
– Römer 12,2: Die Aufforderung zur Nichtanpassung an das weltliche Denken, sondern zur Verwandlung durch Erneuerung des Sinnes. Verbindung: Bewahrung bedeutet hier eine geistliche Zucht, die das Denken erneuert, damit es Gottes Willen entspricht.
Anwendung für heute
Christen sollen im Alltag in dieser Welt wirken, ohne sich von deren Übeln vereinnahmen zu lassen. Wir beten um göttliche Führung, Schutz vor schädlichen Einflüssen und die Festigkeit des Glaubens in Versuchungen, Verleumdungen oder Bedrängnissen. Die Gewissheit, dass der Vater uns bewahrt, gibt Freiheit: Wir können mutig und liebevoll handeln, ohne Angst vor dem Unheil der Welt.
Historische Stimmen im Kontext
Die klassischen Kommentatoren betonen oft, dass diese Bitte keine Auslösung aus der Welt bedeutet, sondern Bewahrung in der Welt. Sie sehen darin eine praktische Theologie: Wir bleibenmissionsbereit, bleiben aber in der göttlichen Obhut gegen das Übel.
Kurze Querverweise und deren Relevanz
– 1. Johannes 5,18: Wer aus Gott geboren ist, sündigt nicht; Gott behütet ihn. Verbindung: göttliche Bewahrung wirkt in der inneren Entscheidungen und der Standhaftigkeit des Glaubens.
– Kolosser 1,13-14: Gott hat uns aus der Macht der Finsternis entrückt und das Reich seines Sohnes gebracht. Verbindung: Rettung und Bewahrung gehören zur neuen Zuordnung im Geist.
Zusammenfassung
Johannes 17,15 erinnert daran, dass Jesus seine Jünger in der Welt sehen möchte, nicht in der Absonderung; doch er bittet den Vater um Bewahrung vor dem Übel der Welt. Diese Balance aus Mission und Schutz prägt das christliche Leben: Wir leben engagiert unter Mitmenschen und Umständen, geleitet und bewahrt von Gottes Kraft, damit unser Zeugnis rein und treu bleibt.