Old Testament
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Johannes 17,22 (LUTH1912): Bedeutung der gegebenen Herrlichkeit und Einheit
Direkte Bedeutung: Jesus erklärt, dass er den seinen die Herrlichkeit gegeben hat, die der Vater ihm gegeben hat, damit sie eins seien – wie der Sohn und der Vater eins sind.
Hintergrund und Einordnung
Im hohenpriesterlichen Gebet spricht Jesus offensichtlich von einer bereits bestehenden geistlichen Einheit, die durch die himmlische Herrlichkeit ermöglicht wird. Die Herrlichkeit ist hier kein äußerliches Prunkstück, sondern die göttliche Gegenwart, Würde und Verheißung, die den Gläubigen zuteil wird. Die Einheit, zu der er ruft, ist eine Gemeinschaft von Gläubigen, deren Quelle und Maß in der Beziehung zwischen Vater und Sohn liegt.
Interpretative Beobachtungen
Themenübersicht
Verwandte Passagen (Verbindungsdenken)
- Johannes 17,11: Die Bitte um Bewahrung der Einigkeit unter den Jüngern reflektiert den gleichen Impuls, den Christus hier schließt: Einheit ist weder Mutmaßung noch menschliches Werk, sondern Gottes Handeln.
- Epheser 4,3-4: Einheit wird durch den Heiligen Geist bewahrt und durch Frieden verbunden; eine praktische Entfaltung der göttlichen Herrlichkeit in einer gemeinschaftlichen Lebensform.
- Kolosser 1,27: Die geheimnisvolle Hoffnung der Herrlichkeit, die in den Gläubigen wohnt, als Christus in ihnen lebt – eine innere Quelle der Gemeinschaft.
Praktischer Hinweis
Die Gläubigen sind aufgerufen, die gegebene Herrlichkeit sichtbar werden zu lassen: in Liebe, Geduld, Vergebungsbereitschaft und dem gemeinsamen Zeugnis der Wahrheit. Einheit wird so zum Zeugnis für die Welt, dass der Vater durch den Sohn geehrt wird.
Bezosugte Quellentexte (aus öffentlichen, historischen Kommentaren): Matthew Henry betont, dass die Herrlichkeit Christi den Gläubigen nicht nur Ehre, sondern eine neue Natur verleiht, die auf göttliche Liebe gründet. Albert Barnes hebt hervor, dass die Einheit, die Jesus betont, praktischer Gehorsam und Liebesband erfordert. Adam Clarke verweist darauf, dass diese Herrlichkeit auch die zukünftige Verherrlichung umfasst, die Gläubige mit Christus verbindet. Eines der deutlichen Zitate aus Henry: „Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien“ betont die lebendige Verbindung; Barnes verweist auf die Einheit als sichtbares Zeugnis der göttlichen Wirklichkeit; Clarke mahnt zur Geduld in dieser Gemeinschaft, als Ausfluss der Ewigkeit.
Zusammengefasst: Die Textaussage ruft Gläubige zur realen, göttlich begründeten Gemeinschaft auf – durch die Herrlichkeit Christi, die uns mit dem Vater verbindet und uns zu einer lebendigen Zeugen-Gemeinschaft macht.