Old Testament
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Mt 27,26 – Die Wahl Barabbas statt Jesu und die Geißelung Jesu
Zentrale Aussage: Im Moment der Entscheidung über das Schicksal Jesu wird Barabbas freigelassen, während Jesus geißelt und dem Kreuz überantwortet wird. Diese Handlung offenbart sowohl die menschliche Schuld als auch Gottes rettendes Vorgehen durch die Kreuzigung Jesu.
Literarischer Kontext
In Matthäus 27 wird die Passion Jesu als Auftakt zum Leiden und zur Offenbarung des göttlichen Heilsplans dargestellt. Die Passionsszene entfaltet sich vor dem Volk, das zwischen zwei Figuren wählen soll: Barabbas, ein bekannter Rebell und Gefangener, und Jesus, der als der gerechte Lehrer erscheint. Die Volkesstimmen spiegeln eine Tiefe menschlicher Vorurteile, Machtpolitik der Führer und Unentschlossenheit der religiösen Obrigkeit wider. Jesus wird geißelt und dem Kreuz überantwortet, während Barabbas freikommt, ein direktes Bild dafür, wie Sünde oft in der Welt triumphiert, während der Gerechte leidet.
Theologische Bedeutung
Der Text betont die paradoxe Gnade: Der Schuldige wird begnadigt, während der Straflose leidet. Die Geißelung Jesu dient als Vorläufer des Kreuzesopfers, zeigt jedoch auch die menschliche Härte gegen den Gerechten. Matthäus verbindet hier die Erfüllung der Propheten und die Eröffnung eines neuen Bundes durch den Lammesopfer nach Gottes Plan. Die Entscheidung der Menge verweist auf die Verantwortung des Volkes und der Führer; dennoch bleibt der souveräne Wille Gottes in Christus sichtbar, der durch seinen Tod Gerechten stellvertretend versöhnt.
Bezüge zu anderen Teilen der Schrift
Diese Verbindungen helfen, das Jesu Opfer in Gottes Sinn zu sehen: die Geißelung als Vorbereitung, die Kreuzigung als Vollendung des Heilsgeschehens und die Versöhnung durch seinen Tod.
Fragen zur Selbstprüfung
Zusammenfassung
Mt 27,26 fasst den Kern der Passionsgeschichte zusammen: Barabbas wird freigelassen, Jesus wird geißelt und dem Tod übergeben. Es ist eine Handlung, die dem menschlichen Versagen gegenübersteht, doch darin zeigt sich Gottes rettende Absicht: Durch das Leiden Jesu wird die Tür zur Versöhnung geöffnet. Die Szene ruft zur Hingabe an das Kreuzopfer auf und erinnert daran, dass Gottes Gnade oft in scheinbarer Härte sichtbar wird.
Quellenhinweise (Geläufige, public-domain-Kommentare): Matthew Henry, Albert Barnes, Adam Clarke. Entsprechende Formulierungen aus Henry: „...“; Barnes: „...“; Clarke: „...“. Die genauen kurzen Zitate werden hier nur genannt, wenn sie wörtlich vorkommen; die Übersetzungsfassung folgt LUTH1912.