Old Testament
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Sprüche 23,31 (LUTH1912): Der Wein, der so rot ist
Umgebung des Verses
Der Spruch gehört zu den Weisheitsanweisungen, die vor den Gefahren des Ausschweifens warnen. In Sprüche 23 wird der Umgang mit Speise und Getränken mehrfach thematisiert: Maßhalten, Selbstbeherrschung und Klugheit stehen im Vordergrund. Der Vers richtet sich gegen die Verführung durch üppigen Genuss und die Täuschung des Augenblicks.
Was der Text über Gott oder den Glauben offenbart
Der Text legt nahe, dass nicht das Verbot an sich zählt, sondern dass der Mensch vor der Versuchung der Sinnesfreuden gewarnt wird. Gott verlangt von seinem Volk Mäßigung und Einsicht, damit Lebensführung nicht in Abhängigkeit von äußeren Verlockungen gerät. Weisheit richtet das Herz darauf aus, was wirklich nützlich ist, und bewahrt vor törichter Freude, die letztlich zu Schaden führt.
Wichtige Worte und Bilder
„Siehe den Wein nicht an“ – Hier wird der Blick auf die äußere Schönheit der Versuchung gelenkt. Das „Rot“ und das „Glas“ symbolisieren Anmut und Verführung, doch der Vers verweist darauf, dass der Sinnesgenuss oft schnell zur Gefahr wird: „Er geht glatt ein“ bedeutet, dass sich der Genuss rasch in Sünde oder Verlust wandeln kann. Die Betonung liegt auf der Vorsicht gegenüber dem ersten Eindruck und dem Augenblick des Vergnügens, der oft lange Folgen hat.
Verwandte Stimmen aus der Literatur der Bibel
• Matthäus Henry hebt hervor, dass Maßlosigkeit dem Reichtum der Erkenntnis schaden kann und sich in Vernachlässigung religiöser Pflicht äußern kann.
• Albert Barnes betont die Gefahr der Verführung durch äußere Pracht und die Notwendigkeit, das Herz vor Begierden zu schützen.
• Adam Clarke verweist auf die Weisheit, die in Vorsicht und Selbstbeherrschung besteht, damit der Sinn für das Wesentliche wach bleibt.
Direkte Quell-Connections (Cross-References)
Anwendung für das heutige Leben
Der Vers erinnert daran, dass Sinnesfreuden zwar verlockend sind, aber die Freude im Mäßigen liegt und die Klugheit schützt vor Reue. In der Praxis bedeutet dies: - Vor Entscheidungen über Genussmittel oder andere Verlockungen innehalten und fragen: Was beeinflusst mich langfristig gesund? - Langfristige Ziele im Blick behalten, statt dem augenblicklichen Reiz nachzugeben. - Mit anderen über Versuchungen sprechen und Rechenschaft üben, damit das Herz frei bleibt von ungesunden Begierden.
Zusammenfassend zeigt der Vers eine Weisheit, die uns vor der Fessel der äußeren Schönheit warnt und uns zu innerer Selbstbeherrschung hinführt. Die Verbindung zu Henry, Barnes und Clarke bestätigt, dass Maßhaltung kein Nässe der Freude, sondern Schutz der Lebensführung ist – damit der Sinn am Guten bleibt und der Blick auf Gott gerichtet wird.