Old Testament
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Psalm 118:26 (LUTH1912): Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.
Der unmittelbare Zusammenhang
Der Vers steht am kräftigen, feierlichen Abschluss eines kurzen Segensspruchs, der die Gläubigen im Tempel und beim Gottesdienst begrüßt. Die Worte „Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN“ rufen eine salbungsvolle Begrüßung hervor, wie sie im Einzug in den Gottesdienst oder bei feierlichen Prozessionen verwendet wurde. Die anschließende Bitte „Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid“ deutet darauf hin, dass der Segen aus der Gemeinschaft mit dem HERRN hervorgeht und allen zugeteilt wird, die sich dem Königreich Gottes zugehörig wissen.
Was dieser Text über Gott und Glauben offenbart
Der Vers verbindet Anbetung und Segen: Derjenige, der kommt, geschieht im Namen des HERRN und bringt damit die Autorität und Gegenwart Gottes in die Versammlung. Das „Kommen“ verweist nicht nur auf eine zukünftige Ankunft, sondern auf das gegenwärtige Handeln Gottes in seinem Heilshandeln. Wer Ihn willkommen heißt, tritt unter seinen Segen; die Gemeinschaft mit Jahwe wird sichtbar, wenn der Tempelaufbau oder der Gottesdienst als Ort der Gegenwart Gottes verstanden wird. Im Neuen Testament wird dieses Motiv weitergeführt in der Erwartung des Messias, der in Gottes Namen kommt und den Gläubigen Segen und Rettung bringt.
Wichtige Wörter und Bilder erklärt
Bezug zu verwandten Passagen
– In der gleichen Psalmenperiode betont der Psalmist wiederholt, dass Gottes Gegenwart und seine Rettung das Zentrum der Anbetung bilden (Bezug auf die Gate/Heiligkeit des Hauses Gottes).
– Im Neuen Testament wird das Motiv der Ankunft in Gottes Namen in Johannes 12:13-14 aufgenommen: Die Begrüßung des messianischen Königs, der in Gottes Namen kommt, wird zu einer Quelle des Segens für das Volk.
Gegenwartsbezogene Anwendung
Der Vers ruft Gläubige heute dazu auf, Gottes Gegenwart in der Gemeinschaft zu erwarten und zu begrüßen. Wer sich dem Gotteshause zuwendet, empfängt Segen, der in den Alltag hineinwirkt: Stärkung des Glaubens, Gemeinschaft unter Brüdern und Schwestern, sowie die Bereitschaft, Gottes Weg in der Welt zu segnen. Die Haltung des Segens erinnert daran, dass Gottes Versöhnung und Führung nicht privat bleiben, sondern in der Gemeinschaft sichtbar werden.
Quellenhinweis zu klassischen Auslegungen
Traditionell deuten Kommentatoren wie Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke den Vers als Ausdruck der feierlichen Empfangsgesten Gotteskommens und des daraus resultierenden Segens für den Gottesdienst und das Gottesvolk. Ihre kurzen Einschübe helfen das Verständnis der liturgischen Dynamik von Anbetung, Autorität der göttlichen Ordnung und der Segenserteilung in der Gemeinde. Konkrete wörtliche Zitate dieser Kommentatoren werden hier nur in begrenztem Maße eingefügt, um den Fluss des Textes nicht zu unterbrechen.
Kurze Querverweise und Verknüpfungen