Old Testament
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Römer 3,11 (LUTH1912): „Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.“
In Römer 3 wendet sich Paulus der universellen Sünde zu: Niemand sucht Gott, niemand wirkt aufrichtig, niemand strebt nach Gott. Vers 11 greift dieses Urteil auf und weist darauf hin, dass menschliche Vermessenheit und Verdorbenheit das dringliche Problem bleiben. Der Vers gehört zur Leidens- und Gnadenerfahrung des Menschengescächts: Unter dem Gesetz wird die Not der Sünde offenbar, nicht die Fähigkeit des Menschen, sich Gott zuzuwenden. Es ist keine individuelle Ausnahme, sondern ein allgemeines Urteil über den gefallenen Zustand.
Kernbedeutung
Der Satz beleuchtet die tiefe geistliche Kondition des Menschen: In seiner gefallenen Natur fehlt es an dem echten Verlangen nach Gott bzw. an wahrer Verständigkeit in geistlichen Dingen. Diese Tatsache bereitet den Boden für die notvolle Botschaft, dass Rettung einzig durch Gottes Gnade geschieht.
Zentrale Themen
Bezug zu verwandten Passagen
– Römer 3,10–12 schließt sich direkt an: „Es ist kein Gerechter, auch nicht einer; … alle suchen das Ihre.“ Die Ordnung des Gesetzes wird durch diese Feststellung ergänzt, dass Erkenntnis und Erfüllung nur durch Gottes Wirken möglich sind. Hinweis: Der Gedanke setzt sich fort in Epheser 2,1–5, wo Paulus verdeutlicht, dass der Mensch tot ist in Übertretungen, doch Gottes Gnade ihn lebendig macht.
Praktische Reflexion
Wie oft suchen wir zuallererst nach Sinn, Sicherheit oder Erfolg – und erst zuletzt nach Gott? Die Verse laden ein, ehrlich zu prüfen, wo unsere Suche tatsächlich hinführt. Das Heil kommt nicht durch menschliche Weisheit, sondern durch Gottes Offenbarung und die neue Geburt im Glauben. Gebet, Schriftlesung und das ehrliche Bekenntnis der eigenen Abhängigkeit von Gott werden dabei zentrale Schritte.
Gedankliche Querverbindungen
– Hebräer 11,6 erinnert daran, dass ohne Glauben Gott nicht gehorcht wird; Glauben ist die notwendige Haltung, die Gott würdigt.
– Jesaja 55,6–7 spricht davon, dass der Mensch den Herrn suchen soll, während er zu finden ist; doch die menschliche Neigung bleibt, wie hier in Römer 3,11 beschrieben, eingeschränkt.
– 1. Korinther 1,21 zeigt, dass Gottes Weisheit durch den Glauben offenbar wird, nicht durch menschliche Vernunft.
Zusammenfassung
Römer 3,11 bestätigt die allgemeine Sündennatur des Menschen: Es gibt keinen, der verständig sei; keinen, der nach Gott frage. Diese Feststellung dient als Ausgangspunkt der rettenden Botschaft: Gott muss handeln, damit der Mensch zu Gott finden kann. Die Passage ruft dazu auf, Gottes Gnade zu suchen, nicht auf eigene Weisheit zu setzen.
Historische Einordnung (kommentierend)
Hinter den Thesen der Verse stehen klassische Stimmen der Kirchengeschichte. Matthew Henry betont die Tiefe der Sünde und die Notwendigkeit der göttlichen Gnade; Albert Barnes unterstreicht den Zustand menschlicher Verdorbenheit vor der Erneuerung; Adam Clarke hebt die universelle Gleichheit der Gottesferne hervor und die Richtung der Rettung durch den Glauben. Diese Stimmen arbeiten in der aktuellen Auslegung zusammen, um das Bild einer vollständig auf Gottes Heilsplan angewiesenen Menschheit zu zeichnen.
Beachtete Zitataussage (aus vorhandenen, öffentlichen Quellen): Es wurden kurze, wörtliche Verallgemeinerungen aus den Kommentaren der genannten Gelehrten in Kontext eingeflossen; vollständige längere Zitate wurden vermieden, es wurden nur kurze Bezugspunkte genannt.