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Römer 3:26 (Luther1912) – Die Gerechtigkeit Gottes am Kreuz freigesprochen
Der zentrale Gedanke dieses Verses liegt darin, dass Gottes Gerechtigkeit in Christus offenbart wird, damit Gott gerecht sei und zugleich den Glaubenden gerecht mache. Es geht nicht um eine subjektive, menschliche Gerechtigkeit, sondern um eine vollkommene Gerechtigkeit, die vor Gott besteht und durch den Glauben an Jesus Christus empfangen wird. Paulus fasst hier die Behauptung seiner Rechtfertigungsbotschaft zusammen: Gott handelt in der Offenbarung seiner Gerechtigkeit, indem er den Gläubigen gerecht spricht und ihn durch den Glauben an Christus gerecht macht.
Literarischer Kontext
Römer 3 entfaltet das Thema der Rechtfertigung durch den Glauben in einer ausgestalteten Argumentationslinie. Vers 25 schildert Christus als Sühnopfer, durch welches Gottes Gerechtigkeit sichtbar wird. Vers 26 führt das Ziel dieses göttlichen Handelns aus: Gott will sowohl die Gerechtigkeit seiner Natur wahren als auch den gerecht machen, der an Glauben an Jesus glaubt. Die Formulierung „auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit“ (etwas frei wiedergegeben) bedeutet, dass Gottes Handeln in der Zeitgeschichte sichtbar wird, in dem er die Geduld und Heiligkeit seiner Gerechtigkeit in Christus sichtbar macht.
Theologische Bedeutung
Dieses Vers erläutert zwei komplementäre Aspekte der Rechtfertigung: Erstens, Gottes Gerechtigkeit wird sichtbar in der Offenbarung der Sühnemittel Christi. Zweitens, Gottes Gerechtigkeit wird dem Gläubigen zugerechnet, ohne dass dessen Werke vor der Rechtfertigung stehen müssen. Die Betonung liegt darauf, dass der Gläubige durch den Glauben an Jesus vor Gott gerecht wird; nicht durch eigene Verdienste, sondern durch Gottes durch Christus gewirkte Gerechtigkeit. Damit wird das Ziel erreicht, dass Gott als gerecht gilt und zugleich den gerecht macht, der glaubt.
Historisch-theologische Bezüge
Bezugnahmen aus der christlichen Tradition helfen, das Gewicht dieses Verses zu verstehen:
Verknüpfungen im ganzen Schriftkanon
Bezugspunkte aus der Schrift, die das Thema vertiefen:
Fragen zur Selbstprüfung
Zusammenfassung
Römer 3:26 fasst die Kernbotschaft der Rechtfertigung durch Glauben zusammen: Gottes Gerechtigkeit wird sichtbar in der Offenbarung seines Sühnopfers in Christus, wodurch er zugleich gerecht bleibt und den Glaubenden gerecht macht. Diese Gerechtigkeit wird dem Gläubigen durch den Glauben zuerkannt, sodass Gottes Heiligkeit und seine gnädige Rettung miteinander harmonieren. Die Botschaft bleibt eine Ermutigung zur Verankerung des Vertrauens in Jesus Christus als dem einzigen Weg, der vor Gott gerecht macht.
Abschließende Hinweise
Die hier aufgeführten Quellentexte aus der klassischen Kommentarliteratur dienen der Orientierung: Henry, Barnes und Clarke betonen jeweils die doppelte Dimension von Gottes Gerechtigkeit und die rechtfertigende Wirkung des Glaubens an Christus. Die Kernaussage bleibt jedoch klar: Gott handelt in Christus gerecht und gerechtfertigt wird der, der glaubt.