Exodus 21:29 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem Herrn ist's angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet darüber einen Mann oder ein Weib, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben.

Vorheriger Vers
« Exodus 21:28
Nächster Vers
Exodus 21:30 »

Exodus 21:29 Vers-für-Vers-Kommentar

Exodus 21:29 (LUTH1912) – Bedeutung und Kontext

In diesem Vers wird das Prinzip der Verantwortlichkeit bei Tieren vermittelt: Wenn ein Ochse zuvor stößig war, dessen Verhalten dem Besitzer bekannt war und der Besitzer ihn nicht davon abgehalten hat, und dieser Ochse tötet jemanden, then ist der Schuldige der Herr des Ochsen und der Ochse wird gesteinigt. Die zentrale Aussage lautet: Wer eine Gefahrquelle kennt und sie nicht kontrolliert, haftet mit für die Folgen.

Historischer Hintergrund

Im Alten Bund wurden Rechtsnormen oft deutlich in Bezug auf Tieren erlebt: Der Schutz des Lebens war vorrangig, doch zugleich ordneten die Gesetze Verantwortlichkeit an, wenn Verwahrlosung zu Schaden führt. Die Regel reflektiert das Verhältnis von Freiheit des Eigentums und Sorgfaltspflicht gegenüber anderen. Ein stößiger Ochse war eine reale Gefahr für Nachbarn, und das Gesetz fordert eine verlässliche Absicherung des öffentlichen Friedens.

Interpretative Beobachtungen

  • Voraussetzung ist „dem Herrn ist's angesagt“ – der Besitzer wusste von der Gefahr und hatte die Pflicht, sie abzuwenden.
  • „Könnte ihn nicht verwahrt haben“ hebt die Pflicht der Obhut hervor; Nichtverwaltung führt zu strafrechtlicher Folge.
  • Schlussfolgerung: Der Herr trägt das Strafmaß für den Tod, der durch die Untauglichkeit zur Kontrolle verursacht wurde; der Ochse erhältsteine, was auf eine bürgerliche Strafe zielt, ohne die Verantwortlichkeit des Herrn zu schmälern.

Interpretative Hinweise aus frühneuzeitlichen Kommentaren

Matthew Henry betont, dass ein bekannt stößiger Ochse trotz mancher sehenden Warnzeichen nicht ungestraft bleiben darf; der Eigentümer muss Maßnahmen ergreifen, um das Volk zu schützen. Albert Barnes hebt hervor, dass dies keine allgemeine Strafe gegen alle Streitigkeiten ist, sondern eine spezifische Regel bei offensichtlicher Fahrlässigkeit in der Verwahrung. Adam Clarke verweist darauf, dass der Grundsatz hier aus dem Schutz der unschuldigen Lebensführung resultiert und eine klare, praktische Rechtsregel darstellt, die Zucht und Verantwortung betont.

Zentrale Quellentexte in Kürze

Der Vers integriert zwei Kerngedanken: a) Warnung vor fahrlässigem Unterlassen bei bekannten Gefahren; b) die Konsequenz, dass der Eigentümer haftet, nicht der Mensch, der zufällig getroffen wird, sondern der Herr des Tieres.

Verbindung zu anderen Stellen

Beziehungen zu verwandten Rechtsprinzipien finden sich in Ex 21:28–32 (Schaden durch Tiere und Verwahrungspflichten) und 5. Mose 22:6–7 (Sorgfalt bei Tieren und Verantwortung des Besitzers). Diese Passagen betonen konsequent die Pflicht des Eigentümers, Gefahrenquellen zu kontrollieren, um das Leben anderer zu schützen.

Praktischer Abschluss

Für heute bedeutet der Grundsatz: Wer eine erkennbare Gefahr besitzt, die andere gefährdet, hat konkrete Schritte zu unternehmen, um Schaden zu verhindern. Wer dies versäumt, trägt die Verantwortung für die Folgen.

*** Dieser Kommentar enthält Inhalte aus klassischen gemeinfreien Quellen. Teile des Materials wurden mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet, zusammengefasst oder übersetzt. Bitte vergleiche jede Erklärung mit dem vollständigen Bibeltext und seinem Zusammenhang. Wenn du einen Fehler oder eine verbesserungsbedürftige Übersetzung findest, teile es uns bitte mit.

Exodus 21:29 Querverweise und verwandte Bibelstellen

Entdecke Bibelstellen, die durch gemeinsame Themen, Lehren oder Zusammenhänge mit diesem Vers verbunden sind. Querverweise helfen dir, verschiedene Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Aussage des Verses besser zu verstehen. Wähle ein Bild aus, um die verwandte Bibelstelle, ihre Erklärung und den zugehörigen Bibelkommentar zu lesen.

Deuteronomium 21:1 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Deuteronomium 21:1 (LUTH1912) »
Wenn man einen Erschlagenen findet in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird einzunehmen, und er liegt im Felde und man weiß nicht, wer ihn erschlagen hat,

LUTH1912 Bibelbuch auswählen