Jeremia 21:10 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Denn ich habe mein Angesicht über diese Stadt gerichtet zum Unglück und zu keinem Guten, spricht der HERR. Sie soll dem König zu Babel übergeben werden, daß er sie mit Feuer verbrenne.

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Jeremia 21:10 Vers-für-Vers-Kommentar

Jeremia 21,10 (LUTH1912): Ein gerichtliches Urteil über Jerusalem

Im Kontext von Jeremia 21 richtet sich Gottes Wort an König Zedekia und das Volk Jerusalem, während die Babylonische Belagerung bereits im Gange ist. Der Prophet erklärt, dass der Gerichtstag Gott selbst festgesetzt hat: Er hat sein Angesicht über diese Stadt gerichtet zum Unglück und zu keinem Guten. Jerusalem wird den Feinden übergeben werden, damit sie mit Feuer verbrannt wird. Das Urteil ist somit umfassend: Es umfasst Zerstörung, Gefangenschaft und das völlige Scheitern menschlicher Hoffnungen, soweit sie auf eigenem Wohlstand oder politischer Sicherheit ruhen.

Zentrale Bedeutung

Gottes Richtspruch über Jerusalem betont zwei Dinge zugleich: Gottes Souveränität im Gericht und die Verantwortung des Volkes für seinen Ungehorsam. Das „Angesicht richten“ signalisiert sichtbares Urteil: Gottes Gegenwart wendet sich gegen den Ort, der sich von ihm abgewandt hat. Die Idee, dass die Stadt dem König von Babel übergeben werde, verdeutlicht, dass menschliche Mächte keine sichere Rettung bieten, wenn Gott seine Wärme zurückzieht.

Kernpunkte und Themen

  • Gottes gerichtliche Gegenwart: Das Urteil kommt nicht durch Zufall, sondern als göttliche Bestimmung, die sichtbar wird in der Überlieferung der Stadt an die Feinde.
  • Verlust von Schutz und Sicherheit: Die Erwartung des Feuers und der Zerstörung zeigt, dass der äußere Schutz durch politische Allianzen oder Mauern unzuverlässig ist, wenn Gott die Unterstützung entzieht.
  • Zerrissenheit der Hoffnung: Die Stadt wird dem König von Babel ausgeliefert, was bedeutet, dass die Völkerführung und das Volk keine menschliche Rettung mehr finden können.

2–3 verwandte Passagen

Jeremia 19–21 schildern die Warnungen, Buße zu fordern, und die Dramatik des bevorstehenden Urteils. Der Gedanke, dass Gottes Gegenwart sich gegen Jerusalem wendet, steht im Einklang mit Jeremia 7 und Jeremia 25, wo Gottes Abkehr von dem Volk als Folge von Untreue beschrieben wird.

Darstellung der Zersplitterung durch das Gericht erinnert an Jeremia 39, wo Jerusalem schließlich nach Brauch und Feuer seinen Untergang erlebt; dennoch wird dort schon eine Hintergründigkeit des Heilsebens sichtbar, denn Gottes Treue bleibt gegenüber den wenigen, die umkehren wollen.

Praktische Reflexion

Für den Leser heute bedeutet Jeremia 21,10, dass Gottes Maßstab nicht an politischer Stärke oder äußerer Sicherheit hängt, sondern an Treue zu seinem Willen. Wenn Gott das Angesicht wendet, kann menschliche Planung scheitern. Die Passage ruft dazu auf, Herz und Lebensführung regelmäßig zu prüfen: Wo habe ich Götzen der Sicherheit gebaut? Wo suche ich Zuflucht in eigenen Bemühungen statt in Gottes Weisung?

Verknüpfungen und kurze Hinwei­se

Bezug 1: Psalm 46 erinnert daran, dass Gott trotz drohender Unglücke eine sichere Zuflucht bleibt – nicht durch fliehende Stärke, sondern durch Vertrauen in Gottes Gegenwart. Bezug 2: Hebräer 10 betont, dass Gottes Zuwendung durch Geduld und Treue erkauft wird; Unglauben führt zu Härte gegenüber Gottes Warnungen. Bezug 3: Obadja 1 und Jeremia 25 zeigen, wie Gott Feinde als Werkzeuge seines Urteils einsetzen kann, während er zugleich die Geduld derer bewahrt, die zu ihm umkehren.

Zusammenfassung

Jeremia 21,10 zeigt ein klares, göttliches Urteil über Jerusalem: Gottes Gegenwart richtet sich gegen die Stadt, und sie wird dem Feind übergeben, um mit Feuer verbrannt zu werden. Die Botschaft ruft zu wachsamem Herzen auf – vor allem in Zeiten äußerer Bedrängnis: Wer vertraut wirklich auf Gott statt auf menschliche Sicherheit? Das Kapitel führt eine nüchterne Perspektive vor Augen: Gottes Gericht ist ernst, doch seine Treue bleibt eine Quelle der Hoffnung für jene, die Umkehr suchen.

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Jeremia 21:10 Querverweise und verwandte Bibelstellen

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