Jeremia 23:2 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Darum spricht der HERR, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht besucht. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Wesens willen, spricht der HERR.

Vorheriger Vers
« Jeremia 23:1
Nächster Vers
Jeremia 23:3 »

Jeremia 23:2 Vers-für-Vers-Kommentar

Jeremia 23,2 – Überblick und Einordnung

Der Vers gehört zum leitenden Abschnitt Jeremia 23, in dem der Prophet Gottes Gericht über die heuchlerischen Hirten und die Verantwortung der Führer über das Volk Israels ankündigt. Jeremia spricht hier das Urteil direkt dem HERRN zu, der sich als der Gott Israels vorstellt und sich um sein Volk als seine Herde sorgt. Die Worte richten sich gegen die Hirten, die das Volk nicht schützen, sondern zerstreuen, verstoßen und vernachlässigen haben. Der Kontext betont Gottes Sorge um seine Schafe und seine Entschlossenheit, für ihr Wohl zu sorgen, auch wenn menschliche Führer versagen.

Was der Text über Gott und den Glauben aussagt

Der Kern der Botschaft ist Gottes treue, strafende Gerechtigkeit gegenüber Missbrauch und Vernachlässigung der Schwachen. Gott ist der gute Hirte, der die Verantwortung seiner Diener ernst nimmt. Wenn Hirten ihr Amt missbrauchen, misshandeln sie die Herde; Gott wird einschreiten, um die Ordnung wiederherzustellen. Daraus folgt eine grundlegende Perspektive: Gottes Gegenwart und Regierung fordern echte Sorge, Verantwortung und Fürsorge für die Gemeinschaft, nicht nur Rituale oder Selbstbestätigung der Führer.

Wichtige Begriffe und Bilder

  • Hirten: Führer, Wächter und Beschützer des Volkes. Ihre Aufgabe ist es, die Herde zu nähren, zu schützen und zu ordnen.
  • Meine Herde: Gottes Volk, das er liebhat und für das er Verantwortung trägt. Die Identität der Gemeinschaft hängt an Gottes Fürsorge und den treuen Dienern.
  • weiden, verstreuen, verstoßen, nicht besuchen: Bilder für Vernachlässigung, Ausbreitung, Missachtung und Mangel an persönlicher Zuwendung. Diese Handlungen schwächen das Volk und entfernen es von der Gemeinschaft mit Gott.

Verwandte Passagen

– Jeremia 22,22: Die Konsequenz der Vernachlässigung der Herde wurde bereits angekündigt. Beziehungshinweis: Wenn Führer versagen, leidet die Gemeinschaft; Gottes Eingreifen ist unausweichlich.

– Hesekiel 34:1–10: Ein ausführliches Gleichnis über die verantwortungslosen Hirten und Gottes Eingreifen, um die Würde der Herde wiederherzustellen. Beziehungshinweis: Das Prinzip bleibt bestehen: wahre Fürsorge erfordert persönliche Verantwortung.

– Ps 23:1–4: Der Bildsprache des Hirten erinnert daran, wie Gott als guter Hirte leitend, schützend und tröstend wirkt, besonders in Zeiten der Gefährdung.

Kommentar-Entwürfe aus der Zeit der Bibelübersetzungen (in Kürze)

Historisch zeigen frühe Ausleger, dass Gottes Anspruch an die Führer nicht bloße Autorität, sondern echte Sorge um das Volk umfasst. Martin Luther sprach in der Reformationszeit oft von Verantwortlichkeit der Obrigkeit vor Gott – eine Orientierung, die hier mitschwingt: Die Führung muss dem Wohl der Herde dienen, sonst wird Gottes Gericht sichtbar.

Praktische Anwendung für heute

  • Führende Christen sollten persönliche Sorge zeigen: regelmäßige Begegnungen, echte Anteilnahme und praktische Unterstützung der Bedürftigen.
  • Gemeinde- und Kirchenleitung: Wachsam bleiben gegenüber Vernachlässigung, Ungerechtigkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber Randgruppen und Not. Die Gemeinde braucht sichtbare Fürsorge statt bloßer Lehre.
  • Gott begegnet solchen Mängeln nicht schweigend: Er setzt Richtungen, ruft zur Umkehr und hält seine Verheißung für die treuen.

Kurzfassung

Jeremia 23,2 erinnert daran, dass Gottes Volk auf treue Hirten angewiesen ist. Wenn Führer versagen und die Herde zerstreuen, ruft Gott gerichtstufen aus und verspricht, die Ordnung herzustellen. Die Passage fordert heute wie damals echte Sorge und Verantwortlichkeit von allen, die über andere wachen.

Quellenhafte Hinweise (aus öffentlich zugänglichen Kommentaren): Matthew Henry (Kommentar zu Jeremia), Albert Barnes (Anmerkungen zum Alten Testament), Adam Clarke (Clarke’s Commentary). Konkrete kurze Formulierungen aus Henry, Barnes oder Clarke, falls vorhanden, werden hier nicht wörtlich lang wiedergegeben, sondern nur in die zusammenfassende Deutung integriert. Die Grundlinien stimmen mit den klassischen Auslegungen überein: Gottes Gericht über versagende Hirten, die Notwendigkeit persönlicher Fürsorge, und die Hoffnung auf Gottes Eingreifen.

*** Dieser Kommentar enthält Inhalte aus klassischen gemeinfreien Quellen. Teile des Materials wurden mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet, zusammengefasst oder übersetzt. Bitte vergleiche jede Erklärung mit dem vollständigen Bibeltext und seinem Zusammenhang. Wenn du einen Fehler oder eine verbesserungsbedürftige Übersetzung findest, teile es uns bitte mit.

Jeremia 23:2 Querverweise und verwandte Bibelstellen

Entdecke Bibelstellen, die durch gemeinsame Themen, Lehren oder Zusammenhänge mit diesem Vers verbunden sind. Querverweise helfen dir, verschiedene Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Aussage des Verses besser zu verstehen. Wähle ein Bild aus, um die verwandte Bibelstelle, ihre Erklärung und den zugehörigen Bibelkommentar zu lesen.

Exodus 32:34 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Exodus 32:34 (LUTH1912) »
So gehe nun hin und führe das Volk, dahin ich dir gesagt habe. Siehe, mein Engel soll vor dir her gehen. Ich werde ihre Sünde wohl heimsuchen, wenn meine Zeit kommt heimzusuchen.

Micha 7:4 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Micha 7:4 (LUTH1912) »
Der Beste unter ihnen ist wie ein Dorn und der Redlichste wie eine Hecke. Aber wenn der Tag deiner Prediger kommen wird, wenn du heimgesucht sollst werden, da werden sie dann nicht wissen, wo aus.

Jeremia 21:12 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Jeremia 21:12 (LUTH1912) »
Du Haus David, so spricht der Herr: Haltet des Morgens Gericht und errettet die Beraubten aus des Frevlers Hand, auf daß mein Grimm nicht ausfahre wie ein Feuer und brenne also, das niemand löschen könne, um eures bösen Wesens willen.

LUTH1912 Bibelbuch auswählen