Old Testament
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Jeremia 23:23 (LUTH1912) – "Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott von ferne?"
Im Zusammenhang der Prophezeiungen Jeremiahs spricht der Herr zu den Propheten und zum Volk über seine Gegenwart und Seine Allwissenheit. Jeremia 23 behandelt die Verheißungen und zugleich die Warnungen gegen falsche Propheten. Der Vers stellt eine zentrale Frage darüber, wie Gott sich den Menschen offenbart: Er ist kein bloßer Gott der Fernweh oder der abstrakten Höherheit, sondern der lebendige Gott, der in Nähe zu seinem Volk handelt, sowohl in der Gegenwart als auch in der Treue zu seinen Verheißungen.
Zentrale Bedeutung
Gott identifiziert sich als naher Gott, der sich um sein Volk kümmert und auf seine Weise mit ihm verbunden ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass er auch ein Gott von ferne ist – allgegenwärtig, allwissend und souverän in allen Geschicken. Diese Zweiheit zielt darauf ab, sowohl Vertrauen in seine Gegenwart als auch Ehrfurcht vor seiner Größe zu wecken. Der Satz verweist auf Gottes transzendente Majestät neben seiner anthropomorphen Nähe: Er ist der Gott, der handeln und richten wird, doch er ist zugleich der Gott, der dem Einzelnen im Herzen nah ist.
Zwei bis drei zentrale Themen
Verwandte Abschnitte (cross-references)
Die Verweise zeigen, dass Gottes Nähe nicht isoliert gedacht wird, sondern im größeren Heilsplan verankert ist: Er hört, er sieht, er handelt – sowohl in unmittelbarer Gegenwart als auch in der großräumigen Rettungsgeschichte.
Praktische Anwendung
Wende dich in Erwartung an Gott, der nahe ist. Prüfe deine Lehren und deine Herzen nach der Wahrheit Gottes statt nach menschlicher Überzeugung. In Zeiten der Verwirrung suche die Nähe Gottes durch Gebet, Buße und gehaltvolle Schriftlesung. Er ist nicht nur der Gott, der in ferner Majestät herrscht, sondern der Tröster und Führer in deinem Alltag.
Zusammenfassung
Jeremia 23:23 erinnert daran, dass Gott sowohl nahbar als auch erhaben ist. Seine Nähe bedeutet Tröstung, Führung und Beistand für sein Volk, während seine Ferne seine Majestät, Allwissenheit und Gerechtigkeit bewahrt. Diese Dualität fordert echte Gottesbeziehung: Vertrauen in Seine Gegenwart und Ehrfurcht vor Seiner Heiligkeit – stets orientiert an der Wahrhaftigkeit, die er durch die Prophetie Israels kundtut.
Hinweis zu früherer Wortbehandlung durch Kommentatoren: Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke betonen ähnliche Linien der Nähe Gottes gegenüber dem Volk und der Warnung vor falschen Propheten. Henry hebt die Verbindung von Gottes Gegenwart mit gerechtem Handeln hervor; Barnes betont die Allgegenwart Gottes als Maßstab für Belehrung; Clarke erinnert an die Notwendigkeit, Gottes Nähe in der Praxis des Glaubens zu suchen. Die Auszüge dieser Kommentatoren würden in den jeweiligen Seiten zum Text analog argumentieren, ohne den zentralen Sinn zu verändern.