Old Testament
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Jeremia 5,8 (LUTH1912): Ein jeder wiehert nach seines Nächsten Weib
In Jeremia 5,8 schildert der Prophet eine Gesellschaft, die von Ungerechtigkeit, Sittenverfall und Bedrängnis geprägt ist. Die Beschwerde zielt auf das rohe, sinnliche Treiben der Menschen ab, die sich von Begierden leiten lassen und die Schwachen missbrauchen. Der Versausschnitt evoziert das Bild eines Ordnungsbruchs, in dem die sozialen Bande zerfallen und Elemente von Verrat und Ungerechtigkeit zueinander stehen. Jeremia ruft damit zur Wachsamkeit gegenüber dem eigenen Herzen und gegenüber dem Klima in Israel auf, das Gottes Gerechtigkeit verdrängt.
Zentrale Bedeutung
Der Vers mahnt vor einer Gesellschaft, in der Begierde und mangelnde Selbstbeherrschung die Norm sind. Es geht um die verfehlte Moralvorstellung, wonach Leidenschaften Vorrang vor Gerechtigkeit haben. Jeremia zeigt, dass Gottes Zorn über eine solche Verfassung hereinstrahlt, weil soziale Verschiebungen und aufrührerische Lüste das Recht untergraben.
Zwei bis drei Kernmotive
Zusammenhang mit verwandten Stellen
Cross-Referenzen geben ergänzende Perspektiven auf dieselbe Thematik:
Diese Querverweise verbinden das Jeremia-Bild mit einem weithin geltenden Muster biblischer Gerechtigkeitskritik: Wenn Lust und Unterdrückung die Oberhand gewinnen, verliert das Volk die Orientierung vor Gott.
Praktische Reflexion
Der Text fordert heute dazu auf, die eigenen Begierden zu prüfen und zu fragen, wie sie Beziehungen, Gemeinschaft und Gerechtigkeit beeinflussen. Wo gilt es, Versuchungen besser zu widerstehen, Verantwortung zu übernehmen und fair zu handeln? Gottes Ruf bleibt: Ordnung und Rechtschaffenheit zu suchen, selbst wenn kulturelle Normen dagegen stehen.
Kurze Schlussbetrachtung
Jeremia 5,8 präsentiert eine klare Anklage gegen eine Gesellschaft, die Begierden über das Gemeinwohl stellt. Die Botschaft ruft zur Umkehr: Orientierung an Gottes Maßstab, Wahrhaftigkeit in Beziehungen und Schutz der Schwächeren. Die Warnung bleibt relevant, damit eine Gemeinschaft nicht in Gesetzlosigkeit und Entheiligung verfällt.
Anmerkung zu früheren Gelehrten: In der historischen Auslegung bietet Matthew Henry (Kommentar, verankert in öffentlichen Werken) Hinweise darauf, dass solches Verhalten Folge eines Verderbens der Herzen ist, und Adam Clarke betont die soziale Dimension von Ungerechtigkeit, während Albert Barnes die konkrete Unmoral innerhalb der Gemeinschaft hervorhebt. Diese Stimmen stehen in Einklang mit der hier gegebenen Darstellung, dass moralischer Verfall das Volk Gottes tangiert und Gottes Gericht nahebringt.