Old Testament
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Jeremia 5,9 – LUTH1912
Der Vers steht im gegenwärtigen Gerichtsbericht Jeremiahs, der das abwendende Volk Israel/ Juda wegen seines Abfalls und der fortgesetzten Ungehorsamkeit vor Augen führt. Zuvor hieß es, dass das Volk trotz Warnungen die Prüfung durch Gottes Züchtigung ablehnt (Jeremia 5:8ff.). Hier greift der Herr selbst zu einer Frage, in der er das Verhalten des Propheten und des Volkes in Beziehung setzt: Soll ich ihnen solch eine Strafe entgehen lassen? Soll meine Seele sich nicht rächen an solchem Volk?
Was der Text über Gott und den Glauben offenbart
Der Vers zeigt Gottes brennende Gerechtigkeit gegenüber Sünde und Ungerechtigkeit. Er hält fest, dass Gott nicht gleichgültig bleibt, wenn ein Volk sich der Rechtsordnung widersetzt, Götzen anbetet und soziale Ungerechtigkeit praktiziert. Gleichzeitig erinnert der Vers daran, dass Gottes Handeln oft geduldig beginnt und erst dann greift, wenn die Schuld bis zum Rand der Vernichtung steigt. Die rhetorische Frage unterstreicht seine Heiligkeit: Er strebt nach Gerechtigkeit, nicht nach Belieben, und seine Seele rächt sich an solchem Volk, wenn es fortfährt, das Maß zu überschreiten.
Wichtige Wörter und Bilder erklärt
Verwandte Passagen
Vergleiche mit Jeremia 4:9 und 5:15–17 zeigen, wie Gottes Züchtigung in Jeremia oft mit Warnungen und Erbarmen verbunden ist. Die Prophetie ruft dazu auf, die Heiligkeit Gottes zu erkennen und die Folgen von Untreue zu beachten. Ebenso spiegeln Psalm 9 und Hesekiel 25–26 das Thema wider, dass Gottes Gerechtigkeit sich gegen Gewalt, Betrug und Abfall wendet, doch stets durch Barmherzigkeit als Weg zur Umkehr führt.
Bezug zu anderen Quellen (Zusammenfassung aus klassischen Kommentatoren)
Matthew Henry betont, dass Gottes Zorn gerecht ist, wenn Ermahner überhört werden, und dass Gottes Geduld nicht unendlich ist. Albert Barnes hebt hervor, dass Gottes Sorge um das Wohlergehen des Volkes zu einer ernsten Warnung führt, die eine Umkehr verlangt. Adam Clarke erklärt, dass die Frage die Gerechtigkeit Gottes in den Vordergrund stellt: Wenn ein Volk in weitgehender Ungerechtigkeit versinkt, ist göttlich Richten unvermeidlich. Diese Stimmen helfen, Jeremia 5,9 als ernstes Kapitel der Züchtigung zu verstehen, nicht als bloße historische Randnotiz.
Kurze, passende Querverweise
Praktische Bedeutung für heute
Der Vers erinnert daran, dass Gottes Gerechtigkeit nicht schweigt, wenn Sünde Einzug hält. Für Christen bedeutet dies, dass Warnungen ernst genommen werden müssen, und dass sittliche Verantwortung in Gesellschaft, Rechtswesen und persönlicher Lebensführung untrennbar mit Gottes Maßstab verbunden bleibt. Umkehr zu Gott, das Bekenntnis von Unrecht und das Streben nach Gerechtigkeit in Gemeinschaften bleiben zentrale Reflexe im Glaubensleben.
Quellenhinweis: Inhaltliche Anleihen an klassische Kommentare – Henry, Barnes, Clarke – wurden in einer gemeinsamen Zusammenfassung integriert. Konkrete kurze Zitate: „Gottes Zorn gerecht ist“ (Nachdruck der Art HENRY), „Gottes Geduld… nicht unendlich“ (Barnes), „Gottes Handeln richtet“ (Clarke).