Old Testament
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Jeremia 9,5 (LUTH1912): Ein Freund täuscht den andern
Gleich zu Beginn Jeremia 9 nennt der Prophet das innere Klima der Menschen in Juda: List und Unwahrheit drücken sich gegenseitig aus. Die Verszeile beschreibt ein Netz aus Täuschung, in dem jeder auf Täuschung aus ist, sodass Freundschaft und Vertrauen zu Werkzeugen des Betrugs werden. Die Sprache ist scharf und mahnt zur Reue, weil sich gesellschaftliche Zerrüttung daraus speist, dass man kein wahres Wort mehr kennt und kein ehrliches Handeln mehr pflegt.
Was der Text über Gott oder den Glauben enthüllt
Der Vers zeigt, dass Gottes Urteil über die Herzenseinstellung der Menschen kommt: Wenn Lüge und Betrug die soziale Ordnung bestimmen, beraubt das die menschliche Gemeinschaft des Herzenswendens zu Gott. Gott fordert Wahrhaftigkeit und Treue; das Vertrauen untereinander ist unmittelbar mit dem Vertrauen zu Gott verbunden. Die Verzerrung des relationalen Lebens ist eine Folge der Herzverfinsterung. Gleichzeitig erinnert der Kontext daran, dass Gottes Gericht jeweils eine Einladung zur Umkehr ist.
Wichtige Wörter und Bilder erklärt
Verwandte Stellen
• Jesaja 59,11-14 und Hesekiel 33,7-9 zeigen ähnliche Warnungen vor wissentlicher Lüge und der Verpflichtung der Propheten, der Wahrheit zu sprechen. Erklärungsnotiz: Dort wird deutlich, dass Gottes Volk Verantwortung hat, Wahrheit zu suchen und zu verkünden.
• Eherner Zusammenhang mit Psalm 12,2-4 (Worte der Zeitgenossen, die Lügen erfinden und sch802) verdeutlicht, wie Lügen sich wie eine Gesellschaftsachse ausbreiten, wenn wahrhaftiges Reden fehlt.
Kommentar aus vier historischen Blickrichtungen
Matthew Henry (auszugweise Quintessenz): Die Verse zeigen, wie die Herzen durch Sünde verdorben sind und wie mangelnde Treue Beziehungen zerstört. Wahre Freundschaft ruht auf Wahrhaftigkeit; ohne sie wird sogar die Nähe zu den Augen der Nächsten zu einer Täuschung.
Albert Barnes (auszugweise Quintessenz): Der Text demonstriert, dass Worte, die nicht der Wirklichkeit entsprechen, die Grundlage sozialer Ordnung zerstören. Wenn Freunde einander betrügen, verletzen sie Gott als den Ursprung der Rechtschaffenheit.
Adam Clarke (auszugweise Quintessenz): Clarke unterstreicht, dass Täuschung nicht isoliert bleibt; sie wirkt sich auf das ganze Gemeinwesen aus und reflektiert die Herzenshaltung gegenüber Gott.
Gleichzeitig gültige, kurze Quelleneinschätzungen
Der Vers wird oft als Mahnung gelesen, dass wahre Rede und redliche Herzen untrennbar miteinander verbunden sind. Wenn man sich selbst und anderen gegenüber unehrlich ist, entartet die Gemeinschaft, und Gottes Strafe kann folgen, damit Umkehr geschieht.
Anwendung für die Gegenwart
Cross-Referenzen: Jeremia 3,25; Psalm 15,2-3; Sprüche 12,22. Erläutert wird, dass Wahrheit und Rechtschaffenheit Grundmauern einer heilen Gemeinschaft sind und dass Gottes Anspruch auf Wahrhaftigkeit ungebrochen bleibt.