Matthäus 5:17 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.

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Matthäus 5:17 Vers-für-Vers-Kommentar

Matthäus 5,17 – Erklärung im Kontext

Jesus spricht hier im Rahmen der Bergpredigt zu einer Zuhörerschaft, die die Erfüllung des Alten Testaments erwartet. Er stellt deutlich, dass seine Mission weder das Gesetz noch die Propheten außer Kraft setzt noch deren Autorität infrage stellt. Vielmehr zeigt er, dass seine Verkündigung und sein Auftreten die Erfüllung dessen bedeuten, was im Gesetz und in den Propheten verheißen ist. Die Aussage erfolgt, damit die Jünger erkennen, dass das geschichtliche Vorbild, die Richtschnaren und die Heilslage Israels in ihm ihren Höhepunkt finden. Die Christuswirklichkeit reißt nicht das Verbindende, sondern leuchtend das Erfüllte aus.

Zentrale Bedeutung

Das Vers hat zwei Ebenen: Orientierung und Bestimmung. Orientierung: Jesus weist darauf hin, dass er nicht gekommen ist, das Gesetz aufzulösen; Bestimmung: Er erfüllt es – nicht indem er jedes Detail aufhebt, sondern indem er die tiefe Absicht Gottes und die Verheißungen des Alten Bundes in sich vollendet. Sein Leben, Sterben und Auferstehung zeigen, wie Gottes Gerechtigkeit und Treue durch ihn zur Eröffnung einer neuen, umfassenden Gerechtigkeit gelangen.

Wichtige Themen

  • Erfüllung statt Abbruch: Die Schrift bleibt gültig, und Jesus dient als die Erfüllung der biblischen Erwartung.
  • Gottes Treue: Die Aussage betont Gottes beständige Absicht mit seinem Volk und ihrem Heil, das sich in Christus vollkommen offenbart.
  • Verkündigung des Rechtes: Die Bergpredigt zeigt, wie die erhobenen Forderungen des Gesetzes in der Nachfolge Jesu fruchtbar umgesetzt werden.

Verwandte Passagen

Cross-Referenzen helfen beim Verständnis der Erfüllungsthematik:

  • Psalm 40:7–8 – Der Verfasser deutet an, dass Gottes Wille dem Menschensohn geoffenbart wird; Jesus erfüllt diese Schrift.
  • Johannes 1,17 – Das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit aber kam durch Jesus Christus; ein Blick auf die Erfüllung des Gesetzes in der Person Jesu.
  • 2. Korinther 1,20 – Paulus betont, dass alle Verheißungen in Christus ihr Ja und Amen finden; Erfüllung in der neuen Bündniswirklichkeit.

Praktische Anwendung

Für das Leben eines Nachfolgers bedeutet dies: Die Heilige Schrift bleibt maßgeblich; das, was Gott will, wird in Christus sichtbar. Unsere ethische Praxis und Gottesdienstpraxis greifen nicht gegen die Schrift, sondern entdecken deren Tiefe und Vollkommenheit, indem wir Jesus nachfolgen. Die Nachfolge verlangt Vertrauen in Gottes Plan und Bereitschaft, in seiner Gerechtigkeit zu wandeln.

Kurze Zusammenfassung

Matthäus 5,17 ruft dazu auf, die Schrift nicht als veraltet abzulehnen, sondern in Jesus als Erfüllung dessen zu erkennen, was Gott durch Gesetz und Propheten verheißt. In ihm wird Gottes Treue sichtbar, und seine Lehre eröffnet eine tiefere Gerechtigkeit, die über eine bloße Einhaltung von Regeln hinausgeht.

Auszug aus den Gedanken früherer Gelehrter:

„Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ Diese Formulierung wird in der kasuistischen Lektüre als Bestätigung der Kontinuität gesehen, nicht als Bruch. Matthew Henry betont die Zuordnung von Christus als Erfüllung, Barnes hebt hervor, dass das Gesetz seine volle Bedeutung erst in der Person Christi erhält, und Adam Clarke verweist darauf, dass die Erfüllung Gottes Plan in Christus nicht eine Ablehnung des Alten Sakraments bedeutet, sondern dessen Sinn erfüllt.

Quellenhinweise (zitierfähig)

Zum Thema Erfüllung und Kontinuität: - Matthew Henry zu Mt 5,17 (Auszüge in der Kommentarliteratur, thematisiert Erfüllung statt Aufhebung), - Albert Barnes zu Mt 5,17 (Betonung der Treue Gottes zu seinem Gesetz), - Adam Clarke zu Mt 5,17 (Erfüllung als Vollendung der Verheißung). Ein kurzer Hinweis: Die genannten Gelehrtenwerke behandeln das Thema in Abschnitt über die Bergpredigt und die Erfüllung des Gesetzes.

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