Old Testament
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Matthäus 5,6 (LUTH1912): Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Schneller Überblick über den unmittelbaren Zusammenhang
Diese Aussage gehört zu den Seligpreisungen im ersten Teil der Bergpredigt. Jesus setzt eine Gegenordnung zu menschlicher Selbstgerechtigkeit in Szene: Wer hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, wird satt. Die Betonung liegt weniger auf physischem Hungern als auf einem tiefen Verlangen nach Gottes rechter Lage in der Welt und in dem eigenen Herzen.
Was der Text über Gott und den Glauben offenbart
Gott ist der Gerechtigkeitssucher und der Vollender aller Gerechtigkeit. Wer sich nach dieser Gerechtigkeit sehnt, richtet sein Herz nach Gott aus und vertraut darauf, dass Gott diese Sehnsucht befriedigen wird. Die Verheißung, dass sie satt werden, verweist nicht primär auf momentane Befriedigung, sondern auf eine endgültige, umfassende Erfüllung durch Gottes Reich – eine Befreiung von Schuld, Ungerechtigkeit und allem Mangel in einer neuen Ordnung.
Wichtige Worte und Bilder erklärt
Verwandte Passagen (ohne vollständige Verse)
• Jesus ermutigt in derselben Perikope zu einer Haltung der Demut und Abhängigkeit von Gott (Matthäus 5,3–5). Diese Haltung führt zur Erkenntnis, dass Gottes Reich den Armen, Trauernden und den Hungrigen Gerechtigkeit schenkt.
• Die Bitte um Gottes Reich wird durch das Vaterunser-Verständnis unterstrichen (Bitten nach „Dein Wille geschehe“), wodurch die Sehnsucht nach Gottes Gerechtigkeit eine zentrale Rolle erhält.
• In Jesaja-Prophetien wird die zukünftige Gerechtigkeit Israels als göttliche Rangordnung beschrieben; Jesus erfüllt diese Verheißung durch seine Lehre und sein Handeln.
Bezüge zu klassischen Kommentatoren (Auszüge in Kürze)
Matthew Henry betont, dass die Seligpreisung die innere Hungerstrecke nach Gottes Willen zur Gerechtigkeit anspricht, die letztlich zu dem führt, was Gott in Christus vollendet. Barnes und Clarke heben hervor, dass diese Verheißung die Teilnahme an Gottes Reich verspricht, nicht bloße menschliche Leistung; echte Gerechtigkeit zeigt sich im Glauben und im aufrichtigen Streben nach Gottes Willen. In Clarkes Worten wird oft die Verbindung zwischen Gott als Quell der Gerechtigkeit und dem menschlichen Verlangen nach dieser Gerechtigkeit betont.
Kurze, klare Anwendungsabschnitte
Abschlussgedanke
Diese Seligpreisung ruft zu einer tieferen Spiritualität: Nicht oberflächliche Frömmigkeit, sondern ein brennendes Verlangen nach der Gerechtigkeit Gottes, die durch die Person und das Werk Christi erfüllt wird. Wer so hungert, wird nicht enttäuscht; Gott bereitet eine volle, endgültige Befriedigung im kommenden Reich.