Old Testament
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Psalm 67:7 (LUTH1912): Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!
. Psalm 67 gehört zu den Klage- und Dankpsalmen, die Gottes Barmherzigkeit und die Erfüllung der Verheißungen für das Nähren der Nationen miteinander verbinden. Der Vers steht am Schluss eines Gebets um Gottes gnädige Zuwendung und um die Weitergabe der Erkenntnis Gottes über alle Völker. Das Gebet endet in einer Segensformel, die sowohl persönliche Frucht als auch eine globale Wirkung ausdrückt: Gottes Segen soll nicht nur dem Einzelnen, sondern der ganzen Welt zu Gute kommen.
Was der Text über Gott und den Glauben offenbart. Der Vers bestätigt einen Gott, der aktiv segnet und der zugleich dadurch Ehrfurcht vor sich weckt. Gottes Segen ist kein privates Privileg, sondern ein Mittel, durch das Israel Zeuge Gottes Wirklichkeit wird und die Welt Gottes Würde erfährt. Die Bitte „Es segne uns Gott“ setzt voraus, dass Segen kein automatisches Zufallsereignis ist, sondern eine Gabe, die Gottes Gnade, Gegenwart und Treue widerspiegelt. Die Folgeformulierung „und alle Welt fürchte ihn“ zeigt, dass Gottes Herrschaft und Heiligkeit so sichtbar werden, dass selbst Nationen zu Ehrfurcht vor dem lebendigen Gott erfüllt sind.
Wichtige Worte und Bilder erklärt. - Segnen: Handeln Gottes, wodurch Wohlstand, Schutz und göttliche Ordnung in Bezügen zu Recht und Frieden heraufgeführt werden. - Alle Welt: Die universale Reichweite Gottes Plans – nicht auf Israel allein beschränkt, sondern inklusiv aller Völker. - Fürchte ihn: Eine angemessene, ehrfürchtige Haltung vor Gottes Heiligkeit, die weder Verleugnung noch Gleichgültigkeit zulässt.
Verwandte Passagen (Bezüge in der Liturgie und Theologie): - Numeri 6,22–27: Der Segen Gottes, der seinem Volk Bestätigung, Fruchtbarkeit und Frieden zuspricht; Verknüpfung mit der Idee, dass Gottes Segen auf die Nationen ausstrahlt. - Jesaja 42,6–7: Die Aufrichtung von Gottes Licht- und Sinnbild für die Völker; die Völker sollen den Gott Israels erkennen. - Apostelgeschichte 2,47: Die frühe Kirchengemeinde erfährt Gemeinschaft und Gottes Gunst, die sich ausbreitet und Menschen aus allen Völkern anspricht.
Hinweise aus der historischen Kommentarliteratur. - Matthew Henry betont, dass Gottes Segen zuerst dem treuen Gottesdienst und der Rechtsordnung dient, damit die Welt die Güte Gottes erfährt. - Albert Barnes verweist darauf, dass der Psalm eine missionarische Perspektive trägt: Gottes Segen soll über Israel hinausgehen und alle Nationen einschließen. - Adam Clarke weist darauf hin, dass „fürchte ihn“ als Folge der Erkenntnis Gottes die richtige Frucht des Segens ist: Gottes Herrschaft ruft Respekt, Gehorsam und Lebenswandel hervor. (Zusammenfassung aus ihren typischen Anmerkungen; wörtliche kurze Zitate aus Henry/Barnes/Clarke stehen hier nicht im Volltext, jedoch werden ihre üblichen Schwerpunkte referenziert.)
Zusammengefasste Auslegung. Der Vers ruft dazu auf, Gottes Segen aktiv zu suchen, damit sein Wirken in Israel zu einer Offenbarung seiner Herrschaft für alle Völker wird. Gottes Segenshandeln ruft eine ehrfürchtige Reaktion hervor: Die Welt soll Gottes Größe erkennen, sich vor ihm verneigen und in seinerGerechtigkeit leben. Der Text verbindet persönliche Bedeutsamkeit (Gottes Segen im Leben des Gläubigen) mit globaler Verantwortung (die Welt soll Gott fürchten und ihn anerkennen).
Gegenwartsbezug. In einer pluralistischen Welt erinnert dieser Vers daran, dass Gottes Treue verlässlich ist und dass der Segen Gottes nie privat bleibt. Christen sind berufen, Gottes Güte zu empfangen und weiterzugeben – in Mitgefühl, Gerechtem Handeln und missionarischer Offenheit. Die Frucht des Segens zeigt sich, wenn Lebensbereiche – Familie, Gemeinschaft, Arbeit – durch Gerechtigkeit, Frieden und Dankbarkeit geprägt sind, wodurch andere Gottes Größe erkennen können.
Cross-References (kurze Hinweise)