Jeremia 10:13 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Wenn er donnert, so ist des Wassers die Menge unter dem Himmel, und er zieht die Nebel auf vom Ende der Erde; er macht die Blitze im Regen und läßt den Wind kommen aus seinen Vorratskammern.

Vorheriger Vers
« Jeremia 10:12
Nächster Vers
Jeremia 10:14 »

Jeremia 10:13 Vers-für-Vers-Kommentar

Jeremia 10,13 (LUTH1912): Zorns- und Allmacht Gottes in der Naturordnung

Der Vers betont eine zentrale Wirklichkeit Israels: Gottes souveräne Kontrolle über Sturm, Regen und Wind. Wenn der Himmel donnert und Wasser in Unmengen herabströmt, wenn Nebel aufsteigen und Blitze den Regen begleiten, dann zeigt sich, wie Gott seine Vorratskammern öffnet und die Naturgesetze zu seinem Zwecke lenkt. Die Aussage ist kein bloßes Naturkundethema, sondern eine theologische Erkenntnis: Gott ist der Erste und der Letzte in der Wucht der Natur, der Ordnung und Orientierung gibt.

Literarischer Kontext

Jeremia spricht in einer Zeit politischer Umbrüche und kultureller Anlehnung an heidnische Traditionen. Das Kapitel 10 hebt sich durch seine scharfe Gegenüberstellung von Gottes unverwechselbarer Schöpferkraft zu den Götzen ab, die Menschen mit Händen gemacht haben. In Vers 12–13 wird die Weltordnung als Ausdruck göttlicher Weisheit beschrieben: Hauch des Atems Gottes, der in der Natur wirkt. Die Metapher des Wetters dient der Ansprache des Herzens: Wer die Macht der Natur ignoriert, missachtet den Schöpfer.

Theologische Bedeutung

  • Gottes Allmacht im Schöpfungsakt: Der Vers verbindet das kosmische Geschehen – Donner, Wasser, Nebel, Blitze – mit Gottes unmittelbarer Hand. Er ist nicht nur Schöpfer, sondern auch Regisseur der Elemente.
  • Unverwechselbarkeit Gottes gegenüber Götzen: Die Natur ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines personalen, planenden Gottes. Die Vorstellung, dass die Vorratskammern Gottes unerschöpflich sind, unterstreicht seine umfassende Versorgung und Autorität.
  • Ruf zur Ehrfurcht: Die Stärke der Natur soll demütigen, nicht verunsichern. Wer Gott als Schöpfer erkennt, erkennt auch seine Weisheit in jeder Wetterseite des Lebens.

Verbindungen zu anderen Schriftstellen

- Psalm 29. Ein ähnliches Bild von Gottes Donner und Macht über Wasserströme und Wetter. Die Psalmen erinnern daran, dass Gottes Stimme Ordnung schafft und seine Heiligkeit im Sturm sichtbar wird.

- Jakobus 5,7–9. Die Bibel ruft dazu auf, Geduld im kommenden Tag Gottes zu wahren, während die Natur Zeichen seiner Treue und Gerichtlichkeit trägt.

- Offenbarung 7,1–3. Ebenfalls von Wind und Wasser als Regenszenen der göttlichen Lenkung in der Endzeitordnung konnotiert, jedoch mit der Perspektive der Erlösung und des Gerichts.

Fragen zur Selbstprüfung

  • Wie reagiere ich, wenn Stürme des Lebens auftreten – suche ich Zuflucht im Schöpfer oder beschuldige ich die Umstände?
  • Erkenne ich in Naturphänomenen eher Zufall oder Gottes maßvoller Plan?

Zusammenführung und Anwendung

Jeremia 10,13 erinnert daran, dass die Natur nicht als fremde Kraft existiert, sondern als Handlungsraum Gottes. Er öffnet die „Vorratskammern“ Gottes – eine Bildsprache, die seine Versorgung, seine Weisheit und seine absolute Autorität betont. In der gesamten biblischen Zeugnissen wird deutlich: Wer Gottes Größe anerkennt, dem wird Vertrauen in ihm als Quelle der Orientierung geschenkt.

Quellenvermerk zu historischen Stimmen: Falls wörtliche Zitate verwendet werden, sind untenstehend die einschlägigen, unverändert wiedergegebenen Passagen erwähnenswert.

Kurzverweis auf den Wortlaut der Gelehrten

Inhaltlich fließen Ansichten jener Kirchengelehrten ein, die die Allmacht Gottes in der Natur betonten; wörtliche Zitate aus Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke werden nur genannt, falls sie im Text direkt übernommen werden. Bitte beachten: Der vorliegende Kommentar fasst deren Kerngedanken zusammen und verweist auf deren thematische Linien – konkrete Zitate werden hier nur sparsam verwendet, sofern sie aus dem jeweiligen Werk sicher identifizierbar sind.

Cross-References

1) Psalm 29: Die Beschreibung des Donnerwetters als Ausdruck göttlicher Majestät. Die Verbindung: Gottes Stimme formt die Ordnung der Natur und stärkt zugleich den Glauben der Gläubigen.

2) Jakobus 5: Die Geduld im Warten auf Gottes Wirken wird durch die Naturzeichen bestätigt – Gottes Zeitplan zeigt sich auch im Wettergeschehen.

3) Offenbarung 7: Wind und Wasser als Symbol der göttlichen Lenkung am Ende der Zeiten; erinnert an Gottes wahre Souveränität trotz weltlicher Umbrüche.

Anmerkung zu Zitaten der Altkommentatoren: Falls wörtliche Formulierungen von Matthew Henry, Albert Barnes oder Adam Clarke übernommen wurden, werden diese hier ausdrücklich markiert. Der vorliegende Text integrierte ihre thematische Linie in eine eigenständige, fließende Deutung.

*** Dieser Kommentar enthält Inhalte aus klassischen gemeinfreien Quellen. Teile des Materials wurden mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet, zusammengefasst oder übersetzt. Bitte vergleiche jede Erklärung mit dem vollständigen Bibeltext und seinem Zusammenhang. Wenn du einen Fehler oder eine verbesserungsbedürftige Übersetzung findest, teile es uns bitte mit.

Jeremia 10:13 Querverweise und verwandte Bibelstellen

Entdecke Bibelstellen, die durch gemeinsame Themen, Lehren oder Zusammenhänge mit diesem Vers verbunden sind. Querverweise helfen dir, verschiedene Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Aussage des Verses besser zu verstehen. Wähle ein Bild aus, um die verwandte Bibelstelle, ihre Erklärung und den zugehörigen Bibelkommentar zu lesen.

Psalm 135:7 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Psalm 135:7 (LUTH1912) »
der die Wolken läßt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt dem Regen macht, der den Wind aus seinen Vorratskammern kommen läßt;

Hiob 38:22 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Hiob 38:22 (LUTH1912) »
Bist du gewesen, da der Schnee her kommt, oder hast du gesehen, wo der Hagel her kommt,

Hiob 38:34 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Hiob 38:34 (LUTH1912) »
Kannst du deine Stimme zu der Wolke erheben, daß dich die Menge des Wassers bedecke?

LUTH1912 Bibelbuch auswählen