Old Testament
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Jeremia 50,19 – Imgemäß LUTH1912
Abfolge des Bildes: Der Prophet kündigt an, dass Israel wieder heimkehren soll. Gott verspricht, sein Volk zurückzubringen in seine Siedlungsgebiete, damit es auf Karmel und Basan weidet und seine Seele in den Bergen Ephraim und Gilead satt werde. Diese Rede entfaltet eine Perspektive der Wiederherstellung nach Zeiten der Schuld und der Zerstreuung.
Vom unmittelbaren Zusammenhang her
Jeremia 50–51 schildern das Gericht über Babylon als Instrument Gottes gegen Juda und Jerusalem. Jeremia macht deutlich, dass Gottes Strafgericht nicht das letzte Wort ist; nach der Züchtigung folgt eine Rückführung in die eigentliche Heimat Gottes. Jeremia 50:19 nimmt dieses Motifteil auf: Gottes Rückführung Israels in seine Wohnstatt ist das Ziel, nicht bloße Demütigung. Die Wendung „wieder Heim zu seiner Wohnung“ betont die persönliche Gottesnähe und das rapportierte Verhältnis zu seinem Volk.
Was der Text über Gott und den Glauben aussagt
Gott bleibt der Handelnde, der sein Volk nicht verloren gehen lässt. Die Rückführung ist Ausdruck seiner Treue und Barmherzigkeit. Die Idee der Weide auf Küstenlandschaften (Karmel, Basan) sowie das Sättigen der Seele auf den Bergen Ephraim und Gilead verweisen auf Fruchtbarkeit, Frieden und geistliche Versorgung, die Gott seinem Volk gewährt. Es handelt sich um eine gezielte Wiederherstellung der Lebensgrundlagen und der Gemeinschaft mit Gott.
Wichtige Wörter und Bilder erklärt
Verwandte Schriften und Querverbindungen
– Heser. 34,11–16: Gott vergleicht sein Gericht mit der Rückführung der Schafe in ihr Gehege; betont, dass Gott den Schwachen sucht und heilen will. Bezugspunkt: Wiederherstellung durch göttlichen Fürsorge.
– Jesaja 11,11–12: Ein ähnliches Motiv der Rückkehr aus der Zerstreuung zu Gottes Messing; die Sammlung der Verstreuten steht im Vordergrund. Bezugspunkt: globale, heilsgeschichtliche Rückkehr.
– Jeremia 31,10–12: Gott sammelt sein Volk, führt es zurück und stärkt in seiner Nähe. Bezugspunkt: neue Bindung und geistliche Weide.
Anwendung für Gegenwart
Gott bleibt treu, auch wenn seine Geliebten durch Irrwege gehen oder Zerstreuung erfahren. Die Botschaft erinnert daran, dass Gottes Ziel die Wiederherstellung ist—nicht bloße Strafe, sondern Versorgung, Gemeinschaft und erneuertes Vertrauen in seine Gegenwart. Die Vorstellung, dass Gott sein Volk „weidet“ und sättigt, fordert eine Haltung der Dankbarkeit und des Vertrauens: selbst nach Krisen bleibt Gott die Quelle allen Lebens.
Zusammenfassung
Jeremia 50,19 ruft eine zukünftige, umfassende Rückkehr Israels in die unmittelbare Gegenwart Gottes und in die von Gott gesegneten Landschaften. Die Bilder von Weide, Sättigung und Gebirgen verdeutlichen geistliche Versorgung, Frieden und erneuerte Gemeinschaft mit Gott. Daraus folgt eine praktische Frage: Wo sehe ich Gottes Gegenwart heute in meinem Leben, und wie lasse ich mich von seiner Treue tragen?