Jeremia 50:28 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

Man hört ein Geschrei der Flüchtigen und derer, so entronnen sind aus dem Lande Babel, auf daß sie verkündigen zu Zion die Rache des HERRN, unsers Gottes, die Rache seines Tempels.

Vorheriger Vers
« Jeremia 50:27
Nächster Vers
Jeremia 50:29 »

Jeremia 50:28 Vers-für-Vers-Kommentar

Jeremia 50,28 – setting, Bedeutung und Anwendung

Im unmittelbaren Zusammenhang

Jeremia 50 entfaltet das Gericht über Babel und die Befreiung der verfolgten Israeliten. Der Vers 50,28 spricht von Lauten, die die Flüchtigen hören, jene, die aus dem Land Babel entronnen sind, um Zion die Rache des HERRN, ihres Gottes, zu verkündigen. Es ist ein Bericht über das Mahnende und erlösende Zeugnis der Rückkehrenden: Aus der Gefangenschaft heraustretend, berichten sie von Gottes Eingreifen und richten damit den Blick auf Gottes Treue gegenüber seinem Volk.

Was dieser Text über Gott und den Glauben offenbart

Der Vers hebt hervor, dass Gottes Rache zugleich Reinigung und Rettung ist. Gott wird als handelnder. Die Rache seines Tempels ist kein ungezähmter Zorn, sondern Gericht, das sich an Ungerechtigkeit und Unterdrückung richtet, damit Gottes Heiligkeit und Herrschaft sichtbar werden. Die Verkündigung der Flüchtigen dient nicht dem Selbstlob, sondern der Anbetung Gottes als befreienden Retter Israels. Das Motiv der Verwundbarkeit des Menschen (Flucht, Entrinnen) wird zum Zeugnis der göttlichen Treue.

Wichtige Begriffe, Bilder und their Deutung

  • Geschrei der Flüchtigen: Die Geräusche der Überläufer, die aus der Zerstörung entkommen, tragen eine Botschaft der Wahrheit – Gottes Gericht ist real, aber zugleich Gott wirkt zur Befreiung.
  • aus dem Lande Babel entronnen: Babel symbolisiert politischen Hochmut und Unterdrückung. Die Entronnenen bezeugen, dass Gott über die Mächte der Welt wacht und sein Volk aus Not befreit.
  • Rache des HERRN, unsers Gottes: Rache wird hier als göttliches Handeln verstanden, das Gerechtigkeit wiederherstellt und Heiligkeit Gottes sichtbar macht.
  • Rache seines Tempels: Das Tempelbild verweist auf Gottes heilige Wohnung unter seinem Volk; dessen Ehre wird verteidigt, wenn Ungerechtigkeit beendet wird.

Verwandte Passagen

– Bezug zu Jeremia 50–51 insgesamt: Gottes Gericht über Babel und die Rettung seines Volkes stehen im Zentrum. Die Beweggründe sind die Treue Gottes und seine Erwählung Israels. Eine Verbindung zu Jesaja 51,9–11 zeigt, wie Gottes Rettung seiner Braut oft durch Umstürze der Reiche sichtbar wird. – Dazu eine Parallele zu Psalm 46,11, der Gottes Gegenwart als Zuflucht in Chaos beschreibt.

Anwendung für heute

Dieses Wort erinnert daran, dass Gottes Handeln in der Geschichte nicht im Verborgenen bleibt. In Zeiten persönlicher oder kollektiver Bedrängnis können gläubige Zeugen berichten, wie Gott treu ist und dass seine Gerechtigkeit letztlich zum Heil führt. Die Vorstellung der Rache soll nicht Interesse an Rache wecken, sondern Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit stärken und dazu führen, dass Gläubige in Hoffnung leben, während sie Gottes Heiligkeit beobachten. Die Botschaft des Exodus aus der Gefangenschaft kann heute verstanden werden, als Hinweis darauf, dass Gott auch heute Freiheit, Versöhnung und Neubeginn schenkt.

Quellen und Einordnungen

In der traditionell-lutherischen LUTH1912-Überlieferung findet sich in Jeremia 50,28 dieselbe Grundbotschaft von Gottes Aktion gegen Unterdrückung und der Verlautbarung des Gerichtes als Mittel der Befreiung. Relevante Anmerkungen von historischen Auslegern betonen die Notwendigkeit, Gottes Gerechtigkeit als Ziel der Geschichte zu sehen. Kurzverweise auf Matthew Henry, Albert Barnes und Adam Clarke helfen beim Verständnis der Bilder, ohne den Text zu überlagern:

- Matthew Henry: Hinweis auf Gottes Gericht als Aktivität Gottes, durch die seine Heiligkeit gepaart mit Barmherzigkeit sichtbar wird. Beispielhafte Formulierungen der Henry-Kommentare legen Wert auf Gottes Treue über dem ganzen Gericht.

- Albert Barnes: Betonung der verlässlichen Zeugenschaft der Entronnenen als Beweis für Gottes Eingreifen.

- Adam Clarke: Sicht auf Babel als Sinnbild weltlicher Macht, deren Untergang Gott sichtbar macht.

Cross-References: Jeremia 50:17; Jesaja 51:9–11; Psalm 46:8–11. Erläuterte Verbindungen zeigen, dass Gottes Rettung oft durch das Zusammenwirken von Gericht und Befreiung erfolgt und die Gläubigen in Hoffnung auf seine endgültige Herrschaft ruft.

*** Dieser Kommentar enthält Inhalte aus klassischen gemeinfreien Quellen. Teile des Materials wurden mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet, zusammengefasst oder übersetzt. Bitte vergleiche jede Erklärung mit dem vollständigen Bibeltext und seinem Zusammenhang. Wenn du einen Fehler oder eine verbesserungsbedürftige Übersetzung findest, teile es uns bitte mit.

Jeremia 50:28 Querverweise und verwandte Bibelstellen

Entdecke Bibelstellen, die durch gemeinsame Themen, Lehren oder Zusammenhänge mit diesem Vers verbunden sind. Querverweise helfen dir, verschiedene Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Aussage des Verses besser zu verstehen. Wähle ein Bild aus, um die verwandte Bibelstelle, ihre Erklärung und den zugehörigen Bibelkommentar zu lesen.

Jesaja 48:20 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Jesaja 48:20 (LUTH1912) »
Gehet aus von Babel, fliehet von den Chaldäern mit fröhlichem Schall; verkündiget und lasset solches hören; bringt es aus bis an der Welt Ende; sprechet: Der HERR hat seinen Knecht Jakob erlöst.

Jeremia 50:15 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Jeremia 50:15 (LUTH1912) »
Jauchzt über sie um und um! Sie muß sich ergeben, ihr Grundfesten sind zerfallen, ihre Mauern sind abgebrochen; denn das ist des HERRN Rache. Rächt euch an ihr, tut ihr, wie sie getan hat.

Klagelieder 1:10 LUTH1912 Bild eines verwandten Bibelverses
Klagelieder 1:10 (LUTH1912) »
Der Feind hat seine Hand an alle ihre Kleinode gelegt; denn sie mußte zusehen, daß die Heiden in ihr Heiligtum gingen, von denen du geboten hast, sie sollen nicht in die Gemeinde kommen.

LUTH1912 Bibelbuch auswählen