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Hohelied 3:5 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder Hinden auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.
Hohelied 3:5 Vers-für-Vers-Kommentar
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Hohelied 3:5 Querverweise und verwandte Bibelstellen
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Hohelied 2:7 (LUTH1912) »
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Rehen oder bei den Hinden auf dem Felde, daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.

Hohelied 8:4 (LUTH1912) »
Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, daß ihr meine Liebe nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.

Micha 4:8 (LUTH1912) »
Und du, Turm Eder, du Feste der Tochter Zion, zu dir wird kommen und einkehren die vorige Herrschaft, das Königreich der Tochter Jerusalem.
Hohelied 3:5 – „Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, … daß ihr meine Freundin nicht aufweckt noch regt, bis es ihr selbst gefällt.“ (LUTH1912)
Der Vers öffnet eine Weitung der Liebesrede: Eine aufkeimende Sehnsucht bricht durch, doch sie wird behutsam zurückgehalten. Die Braut bittet um Geduld und Selbstbestimmung der Geliebten. Der Sprecher ruft die Töchter Jerusalems zur Zurückhaltung auf, damit die Braut nicht durch äußeren Druck aufgeweckt wird, sondern aus eigener Neigung handelt. Die Passage betont Respekt und Würde in der Liebesbeziehung sowie die Notwendigkeit, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, damit Liebe frei und fruchtbar wachsen kann.
Literarischer Zusammenhang
Innerhalb des Hohelieds markiert dieser Vers einen Übergang von der unmittelbaren Liebesdarstellung der Braut zu einer persistierenden Bitte um Zurückhaltung seitens der Gesellschaft. Die Szene zeigt eineIntimität, die nicht unter öffentlichen Druck gestellt wird, sondern aus freier Entscheidung der Braut entsteht. Die Formulierung mit der Bitte an die „Töchter Jerusalems“ verweist auf soziale Erwartungen, die der Geliebten Entscheidungsfreiheit gegenübergestellt werden. In der Rede liegt sowohl Drama als auch Vertrauen: Das Gelöbnis, nichts zu erzwingen, ist ein Zeichen wahrer Zuneigung.
Theologische Bedeutung
Der Vers erinnert daran, dass Liebe, auch in künstlerischer und poetischer Form, weder Hast noch Druck duldet. Gott erinnert an die Würde menschlicher Entscheidung und an Geduld in Beziehungen, ein Bild zugunsten einer gereiften Bündnisbeziehung. Die Pointe liegt in der Selbstbestimmung der Braut: Wichtiger als äußere Zustimmung ist das innere Ja der Geliebten. Für gläubige Leserinnen und Leser dient dies als Gleichnis: Gottes Zeitordnung muss respektiert werden, damit Gnade, Vertrauen und echte Gemeinschaft wachsen können.
Quellenhafte biblische Parallelen (Cross-References)
Anmerkung zur Überlieferung: In dieser Kommentierung wird die LUTH1912-Fassung herangezogen, die den poetischen Ton der Hebräer-Überlieferung treu wiedergibt. Inline-Zitate anderer Kommentatoren werden hier nur in Bezug auf zentrale Gedanken erwähnt, ohne eigenständige wörtliche Übernahmen zu verbreiten.
Verbindung zur Gesamtbiblischen Lehre
Der Vers fügt sich in das Gesamtbild der Heilige Schrift, wonach Geduld, Respekt und Selbstbestimmung in Beziehungen sowie in der Gemeinschaft Gottes zentrale Werte sind. Die Liebe wird als schöpferisch, nicht eilig; sie bleibt wachsam gegenüber öffentlichem Druck und sucht das Einverständnis der Freiheit.
Fragen zur persönlichen Reflexion
Schlussgedanke
Hohelied 3,5 erinnert daran, dass wahre Liebe auf Respekt, Selbstbestimmung und dem richtigen Zeitpunkt gründet. Wer Geduld übt und die Würde der anderen achtet, öffnet den Weg zu einer tieferen, freieren Gemeinschaft – ein Bild, das über die Liebesmetapher hinaus an die Beziehung zu Gott erinnert: Gott wirkt und handelt in seiner Zeit – und wir sollen aufmerksam, geduldig und vertrauensvoll warten.