Old Testament
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Jeremia 14,17 – Das Wort an die Schuld und das Tränenmeer
Der Vers gehört zu Jeremia 14, einer Zeit tiefer Not für Juda: eine Dürre des Bodens, eine Dürre der Herzen. Die Prophetie richtet sich an das Volk und zugleich an den HERRN, der durch Jeremia klagt. Jeremia soll dem Volk das schwere Urteil ankündigen, doch vor allem die Tränen, die aus dem Herzen Gottes fließen, sichtbar machen. Die Worte “Meine Augen fließen von Tränen Tag und Nacht” fassen eine göttliche Anteilnahme an dem Elend Israels zusammen, das nicht bloß äußerlich, sondern tief innerlich das Gericht verdient hat.
Was dieser Text über Gott oder den Glauben offenbart
Der Vers zeigt eine doppelte Wahrnehmung Gottes: seine Heiligkeit und seine Barmherzigkeit. Gottes Forderungen an sein Volk sind gerecht; doch sein Herz ist erfüllt von Trauer über das, was das Volk durch Unglauben, Widerspenstigkeit und moralische Verirrung verloren hat. Die Tränen Gottes signalisieren, dass das Urteil nicht Gleichgültigkeit, sondern eine tiefe Anteilnahme ist. In der göttlichen Perspektive bleibt die Beziehung zu seinem Volk nicht ein abstraktes Rechtsverhältnis; sie ist eine Liebesbeziehung, deren Zerknirschung und Gedeihung gleichermaßen betrachtet wird.
Verständliche Klärung wichtiger Worte und Bilder
Verwandte Passagen (kurze Querverweise) und Verbindung
Anwendung für heute
Der Text ruft uns dazu auf, tiefe Trauer über moralischen und geistlichen Verfall nicht als Resignation zu verstehen, sondern als Ausgangspunkt für Umkehr. Wenn Gott seine Augen weint, liegt darin eine Einladung, unser eigenes Herz zu prüfen: Wo sind unsere Treue und unsere Liebe zu Gottes Wille? Die Reaktion bleibt nicht bei Betroffenheit stehen; sie verweist auf Gottes Angebot der Erneuerung: Buße, Reugebet, und Vertrauen, dass Gottes Zionsheil auch heute wieder sichtbar wird.
Kernbotschaft in einem Satz
Gottes Herz ist von Trauer über das Unglück seines Volkes bewegt, doch in dieser Trauer liegt die Einladung, sich demütig abzuwenden, um wieder in seiner Gnade zu wandeln.