Old Testament
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Sprüche 5:10 (LUTH1912) — »daß sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und deine Arbeit nicht sei in eines anderen Haus«
Der Vers gehört zum Warngesang des Sprüchebuchs über die Gefahr der Unzucht und der damit verbundenen moralischen Verwilderung. In Sprüche 5 bis 7 richtet sich der Rat gegen die Verführung durch die geliebte, aber gefährliche Frau; hier wird der Preis der Untreue in wirtschaftlicher und familiärer Hinsicht sichtbar. Der Satz mahnt: Die Sünde gegen die eheliche Treue hat unmittelbare materielle Folgen – Vermögen, Arbeit und Sicherheit der Familie geraten in Gefahr, wenn der Mensch Verantwortung, Fleiß und Treue veräußert.
Gottes oder des Glaubensblick
Der Text erinnert daran, dass Gott Ordnung in das Verhältnis von Arbeit, Besitz und Treue gesetzt hat. Treue in der Ehe schützt die Schöpfungsordnung: Wer seine Gelübde bricht, bricht auch die soziale und wirtschaftliche Struktur, unter der Gottes Segen oftmals sichtbar wird. Die Verheißung, Gottes Weisung zu folgen, schließt das Wohlergehen der Familie mit ein. Es ist ein Ruf zur Verantwortlichkeit vor Gott und vor der Gemeinschaft.
Wichtige Begriffe und Bilder
Historisch-theologische Perspektiven
Aus älteren neutestamentlichen Kommentaren lässt sich Folgendes ableiten: Henry, Barnes und Clarke legen nahe, dass der Rat nicht bloß eine Warnung gegen ehebrecherische Versuchung ist, sondern eine Gesamtherausforderung an Lebensführung, in der Disziplin, Loyalität und Gottesfurcht zusammenwirken, um wirtschaftliche Stabilität und familiären Frieden zu sichern. Wenn Tugendhaftigkeit bewahrt wird, bleibt das Vermögen dem Hausherrn und der Familie – nicht der Begierde – treu.
Verwandte Stellen und Verbindungen
Gegenwartsbezogene Anwendung
Für heute bedeutet der Vers: Wachsam bleiben gegenüber Verführung, die nicht nur das Herz, sondern auch den Lebensunterhalt bedroht. Treue in der Ehe schafft Vertrauensbasis, sichere familiäre Strukturen und bewahrt Arbeitskapital vor Verschwendung durch unkluge Begierden. Praktisch kann das heißen: klare Grenzen in Beziehungen, verantwortlicher Umgang mit Geldern und die Bereitschaft, in familiäre Stabilität zu investieren – statt in sofort befriedigte Begierde.
Wörtliche Anführungen aus früheren Kommentatoren, sofern vorhanden: