Old Testament
Genesis Exodus Levitikus Numeri Deuteronomium Josua Richter Rut 1 Samuel 2 Samuel 1 Könige 2 Könige 1 Chronik 2 Chronik Esra Nehemia Ester Hiob Psalm Sprüche Prediger Hohelied Jesaja Jeremia Klagelieder Hesekiel Daniel Hosea Joel Amos Obadja Jona Micha Nahum Habakuk Zephanja Haggai Sacharja MaleachiChapter
Sprüche 1 Sprüche 2 Sprüche 3 Sprüche 4 Sprüche 5 Sprüche 6 Sprüche 7 Sprüche 8 Sprüche 9 Sprüche 10 Sprüche 11 Sprüche 12 Sprüche 13 Sprüche 14 Sprüche 15 Sprüche 16 Sprüche 17 Sprüche 18 Sprüche 19 Sprüche 20 Sprüche 21 Sprüche 22 Sprüche 23 Sprüche 24 Sprüche 25 Sprüche 26 Sprüche 27 Sprüche 28 Sprüche 29 Sprüche 30 Sprüche 31



Sprüche 5,11 (LUTH1912) – Das Urteil über verfehlte Leidenschaft
Im unmittelbaren Zusammenhang steht Sprüche 5 als Warnung vor der verkehrten Hingabe an ehebrecherische Versuchung. Der Vorsänger führt den Hörer durch eine tragische Bilanz am Ende eines Weges, der von vergänglicher Leidenschaft verzehrt wurde. Vers 11 formuliert das Verdikt, das das gesamte Wesen erschüttert: Man muss hernach seufzen, wenn du Leib und Gut verzehrt hast. Die Betonung liegt auf dem unausweichlichen Reuegefühl, das kommt, wenn die kurzzeitige Lust ihre Folgen zeigt. Der Text gehört zum Abschnitt über Die Gefahr der Untreue und den Ruf zur Treue.
Was der Text über Gott und Glauben aussagt
Der Vers erinnert daran, dass Sünde gegen Gottes Ordnung unvermeidliche Konsequenzen hat. Gottes Weisheit schützt vor sicherem Verderben; das Gebot der Treue ist Ausdruck göttlicher Fürsorge für das Gelingen des Lebens. Die Reue, die am Ende folgt, verdeutlicht Gottes Gericht in seiner Barmherzigkeit: Er lässt die Folgen menschlicher Untreue nicht ungestraft. Zugleich gibt es in der biblischen Weisheit eine warme Mahnung zur Wachsamkeit und zur Abkehr von verführerischen Wegen.
Wichtige Begriffe und Bilder
Leib und Gut verzehrt bezieht sich auf die sinnliche Verschwendung von Gesundheit, Ruhe und materiellen Mitteln zugunsten einer flüchtigen Leidenschaft. Hernach seufzen zeigt die langanhaltende Reue, die über das unmittelbare Vergnügen hinausgeht und innerlich zu Schuldgefühlen, Bedrückung und berechtigter Trauer führt. Die Bildsprache verweist auf eine Zerstörung, die nicht nur dem Körper, sondern dem gesamten Lebensweg schadet.
Verwandte Passagen
Diese Querverweise betonen zusammen das Prinzip: Treue schützt, Untreue schadet dauerhaft; Gottes Weg ist der sichere Weg der Lebensordnung.
Historisch-theologische Einschätzung (frei aus Public-Domain-Kommentaren)
Matthew Henry hebt hervor, dass diese Warnung nicht nur moralische Haltung, sondern praktische Lebensordnung betrifft: Wer seine Kräfte und Mittel der Sünde hingibt, verliert am Schluss alles, was wirklich zählt. Albert Barnes unterstreicht die Härte der Folgen, wodurch die Sünde als schädlicher Irrweg entlarvt wird. Adam Clarke betont die Schilderung der Reue als realistische Darstellung menschlicher Verantwortung und Gottes Gerechtigkeit. In der Verbindung mit einem weiteren Kommentator wird deutlich: Die Weisheit des Spruchs liegt in der Ermahnung zur Klugheit, Selbstbeherrschung und Treue als Gottesweg.
Kurze Anmerkungen (mit echten Zitaten aus den genannten Quellen, falls verfügbar)
Aus den klassischen Kommentaren zitierbar: Henry warnt vor der verführerischen Natur der Sünde; Barnes betont die verheerenden Folgen der Untreue; Clarke spricht von der Notwendigkeit, sich von Versuchungen abzuwenden, um am Ende das Leben zu bewahren. (Hinweis: im konkreten Text werden hier keine vollständigen Originalzitate wiedergegeben; es erfolgt eine stilistische sinngemäße Wiedergabe der Kerngedanken dieser Kommentatoren.)
Gegenwartsbezug und Anwendung
Der Vers ruft dazu auf, Wachsamkeit gegenüber Versuchungen zu üben, die oft als harmlos erscheinen, sich aber als erhebliche Lebensschäden entpuppen. In der heutigen Zeit bedeutet das: schütze Beziehungen, vermeide Grenzüberschreitungen am Arbeitsplatz, in Freundschaften und im digitalen Raum. Wenn Versuchungen zu Reue führen, erinnert dies daran, dass echte Lebenszufriedenheit in Treue, Maßhalten und Verantwortung zu finden ist. Heute wie damals ist es klug, frühzeitig Grenzen zu setzen, Rechenschaft zu suchen und Gottes Weisheit in Entscheidungen einzubeziehen.