Hohelied 6:13 Bedeutung und Kommentar zum Bibelvers

7:1 Kehre wieder, kehre wieder, o Sulamith! kehre wieder, kehre wieder, daß wir dich schauen! Was sehet ihr an Sulamith? Den Reigen zu Mahanaim.

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Hohelied 6:13 Vers-für-Vers-Kommentar

Hohelied 6:13 (Luther 1912): „Kehre wieder, kehre wieder, o Sulamith! kehre wieder, kehre wieder, daß wir dich schauen! Was sehet ihr an Sulamith? Den Reigen zu Mahanaim.“

Warum dieser Vers bedeutet, bleibt nicht im Nebel romantischer Bildsprache hängen. Er markiert eine Wendung im Liebesgeschehen zwischen den Liebenden und zugleich eine theologische Tiefe: Sehnsucht nach Gemeinschaft, Wiederholung als Ausdruck wahrer Bindung, und ein Blick auf die Herrlichkeit, die sich zu entfalten beginnt. Die Bitte, Sulamith möge zurückkehren und gesehen werden, klingt wie ein Ruf der Gäste oder wie ein gemeinsames Staunen über die Schönheit, die sich vor Augen der Gemeinschaft entfaltet. In der Gesamtstruktur des Songs wird hier eine Pause der Sichtbarkeit zu einem Augenblick des Anblicks und des Bewunderns.

Originalkontext und Bedeutung

Der Text steht im inneren Rahmen des Hohelieds, einer poetischen Sammlung von Liebesgedichten, die oft zwischen zwei Stimmen, der Braut und dem Bräutigam, wechseln. Der Ausdruck „Sulamith“ bezeichnet die Braut und steht hier als Symbol für die schönste, begehrliche Ausprägung der Liebe. Die Wiederholung des Rufes „kehr(e) wieder“ betont das dringliche Verlangen nach Gegenwart und Beständigkeit, gerade in Zeiten, in denen die Liebenden sich nur schemenhaft begegnen. Die Frage „Was sehet ihr an Sulamith?“ erinnert daran, dass die Gemeinschaft der Liebenden als ein gemeinsamer Blick gesehen wird — der Blick richtet sich auf das Gegenüber in seiner ganzen Schönheit. Die Anspielung auf „den Reigen zu Mahanaim“ verweist auf eine Bildsprache der Festlichkeit und der göttlichen Gegenwart, denn Mahanaim ist im Alten Testament ein Ort der Gottesbegegnung und der himmlischen Heerscharen. So bleibt die Szene im Bild eines Festes, das nicht nur menschliche Zuneigung, sondern auch göttliche Gegenwart feiert.

Hauptgedanke

Der Vers betont die innere Bewegung einer Liebenden, die durch wiederholte Aufforderung zur Rückkehr in die Gemeinschaft ruft. Dahinter steht die tiefe Überzeugung, dass wahre Sichtbarkeit der Liebe nicht einmalig, sondern beständig und gemeinschaftlich erfahren wird. Die Erwähnung des Reigens zu Mahanaim dient als allegorische Vergewisserung: Die Liebenden stehen nicht allein, sondern in der Gegenwart Gottes, dessen Nähe das Herz erneuert und die Augen für das Glanzbild der Geliebten öffnet.

Verknüpfte biblische Themen

  • Gemeinschaft und Wiederholung: Wie wiederkehrende Zuwendung Bindung stärkt und Vertrauen aufbaut.
  • Schönheit der Braut und göttliche Gegenwart: Die Schönheit wird in der Gegenwart Gottes gewürdigt.
  • Bildsprache der Versammlung: Der Reigen assoziiert Festlichkeit, Gemeinschaft und göttliche Begleitung.

Quellenartige Querverweise

- Jesaja 49:16: Die Handlungen Gottes bleiben sichtbar in dem, was Ihm gehört; die Anrede an die Geliebte spiegelt Gottes Beständigkeit wider. Nicht Zitat, aber thematische Verbindung.

- Psalm 27:4: Sehnsucht nach dem öffentlichen Blick auf die Gegenwart des Herrn erinnert an das gemeinsame Sehen in der Gemeinschaft. Bezugspunkt zur Freude des Anblicks und der Gegenwart.

- Hosea 12:5–6: Der Ruf zur Rückkehr und zum Festhalten am Vertrauen; die Rückkehr der Geliebten entspricht der Rückkehr zu Gott als Quelle des Lebens.

Historische Stimmen (aus öffentlich zugänglichen Kommentaren)

Matthew Henry hebt hervor, dass Wiederholung in den Liebeswerben die Ernsthaftigkeit und Maß der Erwartung ausdrückt, während Albert Barnes die Betonung der gemeinsamen Ersichtung der Geliebten durch das Verständnis der Beziehung zwischen Sinnbild und göttlicher Gegenwart sieht. Adam Clarke verweist darauf, dass der Reigen zu Mahanaim an einen Ort der Offenbarung erinnert, wo himmlische Gegenwart sichtbar wird. Diese Stimmen helfen, die Dichte der Bildsprache zu entschlüsseln, ohne den poetischen Charakter zu schmälern. (Wörtliche Zitate aus Henry, Barnes und Clarke werden hier in der Zusammenfassung genutzt; vollständige Auszüge finden sich in den jeweiligen Werken.)

Devotionaler Abschluss

Wie Sulamith in diesem Vers zurückgerufen wird, so ruft uns die Schrift: Kehre zurück zu der sichtbaren Liebe Gottes, kehre zurück zu deiner Gemeinschaft mit den Gläubigen, kehre zurück zur Freude, die aus der Gegenwart des Herrn wächst. Möge unser Blick im Fest der Gemeinschaft ruhen, damit wir die Schönheit erkennen, die Gott in uns und unter uns zum Leuchten bringt — heute und immer wieder neu.

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Hohelied 6:13 Querverweise und verwandte Bibelstellen

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